Bedrohliche Unwetter

Anzeigen
Mein Wetter
WeatherPro für Android

     mehr Informationen zu Ihrer
Wetter-App für Android

WeatherPro für iPhone

     mehr Informationen zu Ihrer
Wetter-App für iPhone

     

  • Bedrohliche Unwetter
    21.09.2009 07:37

    Ungewöhnliche Wetterbedingungen bedrohen die Existenzen vieler Menschen. Auf der einen Seite treibt der schwache Monsun in weiten Teilen Indiens die Nahrungsmittelpreise in die Höhe, auf der anderen Seite verloren viele Einwohner Westafrikas ihre Häuser, zum Teil mit vielen Opfern. Ein Trend?

    • Anzeige

    Dürre in Indien
    Auch zum Ende der Monsunzeit gibt es besonders im Norden Indiens erhebliche Probleme durch das Ausbleiben der Regenfälle (wir berichteten). Laut offiziellen Schätzungen hatte das Land den trockensten Juni seit 80 Jahren. In 246 von 600 Distrikten ist dabei zu wenig Regen gefallen. Insbesondere Reis- und Zuckerrübenpflanzen, die auf regelmäßigen Niederschlag angewiesen sind, sind dabei am stärksten betroffen.

    Die meisten Landwirte in Indien verlassen sich dabei auf den jährlichen Monsunregen. Bleibt dieser aus, so fehlen Bewässerungssysteme zur Kompensation. Auch die Viehwirtschaft ist betroffen, die Bauern kämpfen derzeit darum, ihre Tiere gesund zu halten.

    Auch wenn derzeit keine Gefahr von Nahrungsmittelknappheit herrscht, so treiben die notwendigen Importe in großem Stil die Preise in die Höhe. Mitte August waren die Lebensmittelpreise 13,3% höher als zur Jahresfrist. Nun wird befürchtet, dass diese wirtschaftliche Entwicklung das sonst aufstrebende Indien bremsen könnte.

    Überflutungen in Westafrika
    Gleichzeitig sieht es im westlichen Afrika genau gegenteilig und ungleich lebensbedrohlicher aus. Wiederholte enorme Regengüsse haben mehrere Länder gebietsweise überflutet. Das jüngste Beispiel ist Burkina Faso. Laut AFP sind von den Überschwemmungen mehr als eine halbe Million Menschen in rund einem Dutzend Länder betroffen.

    In Burkina Faso sind am 15.09.2009 in 12 Stunden bis zu 263 Liter pro Quadratmeter vom Himmel gestürzt. Acht Menschen sind bei den Fluten gestorben, 150.000 wurden obdachlos. Durch die schwache Infrastruktur kollabierten die Häuser reihenweise durch einen Domino-Effekt. Wichtige Gerätschaften im Krankenhaus Ouagadougous, der Hauptstadt des Landes, wurden unwiederbringlich beschädigt, das Geld für Neuanschaffungen fehlt.


    Überschwemmungen in Ouagadougou am 01.09.09


    Spendenaufruf der action medeor

    Klimawandel?
    Nach UN-Angaben sei die Serie von Überschwemmungen in den vergangenen Jahren auf den Klimawandel zurückzuführen, bei dem vor allem im Winterhalbjahr die Starkniederschläge zunehmen, andererseits fehlt es an angepasster Infrastruktur, wie zum Beispiel an Entwässerungssystemen.

    Diesen Wandel des Klimas hat auch der Geograf Stefan Kröpelin von der Uni Köln bemerkt. Er reist seit 30 Jahren durch die Sahara und angrenzende Sahelzone. Letztere galt in den 80er Jahren noch als Synonym für ausgedörrte Landschaften. Nun bemerkte er besonders im Norden des Sudan, dass sich frisches Grün breit macht. Die Nomaden haben ihm berichtet, dass sie noch nie so weit mit ihren Herden nach Norden gekommen seien, berichtet Kröpelin im Rheinischen Merkur.

    Ob es sich wirklich um einen anhaltenden Klimawandel handelt, wird derzeit noch erforscht. Vermutet wird, dass hier die Temperaturunterschiede zwischen dem Atlantischen und Indischen Ozean eine Rolle spielen. In den 80er Jahren war der Indische Ozean noch bedeutend wärmer als der Atlantik. Dadurch wurde auch der westafrikanische Monsun beeinflusst. Ob hier auch ein Zusammenhang zur Änderung des indischen Monsuns vorliegt, kann derzeit nur vermutet werden. Die vielen Rückkopplungen im System Atmosphäre-Ozean machen die Forschung sehr kompliziert.

     

    Hinweis:

    Die Fotografien unterliegen der CC-by-sa Lizenz.

    Von: Frank Abel