Venedig unter Wasser

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  • (1) Mensch und Tier konnte man am Sonntag sogar auf dem Markusplatz in Venedig schwimmen sehen (Archivfoto von www.paphotos.com)

    (2) Regen und ein zeitweise starker südlicher Wind sorgten für die ungewöhnlich hohen Pegelstände. Hier die Niederschlagsmengen in mm am Sonntag, 11.11.12 zwischen 7 und 19 Uhr

    (3) Entstehung: Auf der Vorderseite eines über Westeuropa bis nach Nordafrika reichenden Kaltluftvorstoßes wird trocken-warme Luft nach Norden geführt (11.11.12, 1 Uhr MEZ)

    (4) Auf der Vorderseite der entsprechenden Bodentiefs wehte ein zeitweise starker Südostwind, der das Wasser in die Lagune von Venedig drückte (Wetterlage 11.11.12, 1 Uhr MEZ)

  • Venedig unter Wasser
    12.11.2012 07:33

    Hochwasser in Venedig, das "acqua alta", ist ein regelmäßig wiederkehrendes Phänomen in der Lagunenstadt. Doch am Sonntag war es das sechsthöchste seit dem Jahr 1872, 70% der Stadt standen unter Wasser.

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    Schwimmen auf dem Markusplatz
    Auf diversen Internetseiten sieht man Fotos von Menschen, die den Markusplatz in ein Freibad umfunktioniert haben - Touristen schwammen bei kräftigem Regen in den Fluten, andere Menschen stülpten sich Plastiktüten über die Beine, um durch die Gassen Venedigs stapfen zu können.


    Videoaufnahmen des Hochwassers in Venedig vom 11.11.2012

    1,49 Meter Hochwasser wurde am Sonntagvormittag zur Flut in Venedig gemessen (normal sind Fluthöhen von 90 cm). Das ist der sechsthöchste Wert seit Aufzeichnungsbeginn im Jahre 1872. Der höchste bisher registrierte Stand betrug 1,94 Meter aus dem Jahr 1966. Damals war die gesamte Stadt überflutet, wodurch einige Menschen fliehen und sich weiter im Landesinneren eine neue Existenz aufbauen mussten.

    "Acqua alta" - das wiederkehrene Hochwasser
    Überschwemmungen sind in Venedig zu dieser Jahreszeit nichts Ungewöhnliches. Die Einwohner haben dafür die Bezeichnung "acqua alta". Regelmäßig in den Herbst- und Wintermonaten drückt dabei ein beständiger und kräftiger südlicher Wind, der Scirocco, das Wasser in die Lagune von Venedig. Dieses acqua alta hält für gewöhnlich nur wenige Stunden an. Auch am gestrigen Sonntag sank am Nachmittag der Pegel, lag jedoch immer noch bei 1,40 Meter.

    Was das Afrika-Tief mit dem Hochwasser zu tun hat
    Doch das jüngste Hochwasser fiel besonders kräftig aus, was mit der speziellen Wetterlage (Abb. 4) zu tun hat. Wir erinnern uns hierbei zurück an die Wetter News vom vergangenen Samstag, wo es um Regen im Norden Afrikas ging. Ursache war ein Kaltluftvorstoß, der über Westeuropa so weit nach Süden reichte.

    Auf der Vorderseite dieses Kaltluftvorstoßes und damit auch des entsprechenden Bodentiefs wurde dabei die sehr warme und trockene Wüstenluft nach Norden über das Mittelmeer geführt. Bei ausreichend großen Temperaturunterschieden zwischen Südeuropa und der Sahara entsteht dabei ein kräftiger Wind, der so genannte Scirocco, der dann in Folge das Wasser in die Adria hinein drückt. Hinzu kamen im gestrigen Fall kräftige Niederschläge (Abb. 2), die sich an der Alpensüdseite stauen. In der Toskana mussten am Samstag bereits 200 Menschen ihre Häuser aus Angst vor Erdrutschen verlassen. 

    Von: Frank Abel