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Der Balkan ist dran21.10.2007 03:59
Ab dem heutigen Sonntag muss man sich auf den Balkan auf ein paar ungemütliche Wettertage einstellen. Tief NICKI, dessen Zentrum noch über dem zentralen Mittelmeerraum liegt (Abb. 1), zieht nun Richtung Balkan ab. Dabei werden auf der Vorderseite des Tiefs subtropische Luftmassen nach Norden transportiert, wo sie auf die Polarluft über dem Balkan aufgleitet. das Ergebnis sind ergiebige Regenmengen. Bis Mittwoch Mittag (Abb. 2) sollen so gebietsweise über 100 l/m² Regen fallen. Besonders betroffen sein werden voraussichtlich die südliche Adriaküste, der Osten Griechenlands, Bulgarien und Rumänien sowie der Osten Kroatiens und Bosnien-Herzegowina. Im oberen Bergland fallen die Niederschläge als Schnee, so dass das Überflutungsrisiko diesmal etwas geringer ausfällt.
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Neben starken Niederschlägen kann noch ein lokales Windregime gefährlich werden: Die Bora. Dieser Wind kommt auf, wenn sich ein kräftiges Hoch über Zentraleuropa aufbaut und ein Mittelmeertief nach Osten wandert. Dann kommt es zwischen diesen beiden Druckgebilden zu einer kräftigen Ostströmung, die über das Dinarische Gebirge und dem Velebit hinwegströmt und dabei im Lee an der Adriaküste kräftige Böen erzeugen kann, ähnlich wie beim Föhn in den Alpen. Der Wind wird aber im Gegensatz zum Südföhn in den Alpen als kalt empfunden, da seine Ursprungsluftmasse eben polaren Ursprungs ist. Die Abbildungen 3 und 4 zeigen die prognostizierten Windböen für die Adriaküste für den heutigen Sonntag und den Montag. Dabei werden Böen zwischen knapp 40 und 60 Knoten erwartet, was Windstärke 8 bis 11 bedeuten würde, in Spitzen also orkanartigen Sturm. Das ist aber für die Menschen dort nichts außergewöhnliches, kann die Bora doch in Spitzen mitunter 200 km/h erreichen, was zwar selten ist, aber durchaus vorkommen kann. Zum Wochenende beruhigt sich das Wetter auf dem Balkan vorübergehend wieder.
Von: Friedrich Föst
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