Hurrikan-Prognose 2009

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  • Hurrikan-Prognose 2009
    10.04.2009 03:17

    Seit 25 Jahren gibt die Colorado State University Vorhersagen über die kommende Hurrikan-Saison auf dem Nordatlantik heraus. Dabei wird jeweils im Dezember die erste Prognose veröffentlicht, die dann im April mit den neusten Wetterdaten aktualisiert wird. Im Juni sowie im August folgt jeweils noch eine weitere Aktualisierung.

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    In der neusten Prognose vom 7. April 2009 haben die Wissenschaftler ihre Erwartungen gesenkt. In der nächsten Hurrikan-Saison im Atlantik, die offiziell am 1. Juni beginnt, werden jetzt nur noch 12 Tropenstürme erwartet, davon sollen sich 6 zu einem Hurrikan entwickeln und zwei zu einem starken Hurrikan der Kategorie 3 oder mehr.

    Als Tropensturm wird ein Tropisches Tiefdruckgebiet bezeichnet, dass mittlere Windgeschwindigkeiten von mindestens 63 km/h aufweist, ein Hurrikan der Kategorie 1 hat mindestens 119 km/h, Kategorie 3 bedeutet über 178 km/h mittlere Windgeschwindigkeit.

    In der Prognose vom Dezember war noch von 14 Tropenstürmen und 7 Hurrikanen im Nordatlantik die Rede. Zum Vergleich: im Jahre 2008 gab es 16 Tropenstürme, 8 Hurrikane und 5 starke Hurrikane (in Abbildung (1) ist der Hurrikan Paloma zu sehen). Dies entsprach übrigens in etwa der Prognose vom April 2008. Im Mittel treten etwa 10 Tropenstürme, 6 Hurrikane und 2 starke Hurrikane auf.

    Was sind nun die Gründe für die Vorhersage der im Vergleich zu den letzten Jahren eher schwachen Hurrikan-Saison? Zur Zeit herrscht ein schwaches La-Niña-Ereignis im Pazifischen Ozean, d.h. die Wassertemperaturen im tropischen Pazifik sind leicht unternormal. Die Forscher erwarten, dass die Temperaturen im Laufe des Jahres auf Normalwerte ansteigen, eventuell auch übernormal werden, d.h. möglicherweise entwickelt sich ein El-Niño-Ereignis. Damit wäre jedoch eine Verstärkung der vertikalen Windscherung verbunden, was negativ für die Entstehung von Hurrikanen ist.

    Desweiteren herrschen auch im tropischen Atlantik derzeit gebietsweise Wassertemperaturen, die deutlich unter den Normalwerten liegen. Die Abbildung (2) zeigt die aktuellen Anomalien der Wassertemperaturen (Quelle: NOAA). Man erkennt in der Karibik und westlich von Afrika negative Werte, aber auch im Pazifik sind viele blaue Flächen zu sehen.

    Nicht berücksichtigt werden übrigens in dieser Hurrikan-Prognose das Auftreten von Sandstürmen über dem nördlichen Afrika. Diese können nämlich die Entstehung von Tropenstürmen behindern.

    Von: Marco Radke-Fretz