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Blau-graue Weihnachten23.12.2006 09:35
Die Wetterlage, in der wir uns zurzeit befinden, ist schnell beschrieben: Hochdruckeinfluss. Ein kräftiges, weit ausgedehntes Hochdruckgebiet namens Zeno erstreckt sich von den Britischen Inseln über beinahe ganz Europa, dazu wird feucht-milde Meeresluft herangeführt. An dieser Lage wird sich in den kommenden Tagen und sehr wahrscheinlich auch im Jahre 2006 für Deutschland nicht mehr viel ändern. Als Beispiel die Luftdruckverteilung, die Höchsttemperaturen und die Temperaturen in rund 1600 Metern Höhe in Abbildung 1.
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Aus dem Sommer verbinden wir Hochdruck immer mit einer Wetterlage, die viel blauen Himmel und sonnige Stunden liefert. Besonders die Leute in London, aber auch bei uns zwischen Rügen und Nürnberg, aber auch in den Donautälern werden bereits deutlich gemerkt haben, dass dies im Winter nicht immer der Fall sein muss. In den längeren Nächten kühlt der Erdboden aus, während die Luft zur Ruhe kommt und immer wieder Feuchtigkeit nachgeführt wird. Dadurch entsteht eine bodennahe Wolkendecke, der Hochnebel, der zeitweise bis zum Erdboden herunterreicht: ein neblig-trüber Gesamteindruck entsteht. Oberhalb dieser Wolkendecke sieht es dagegen ganz anders aus: die Sonne scheint, man sieht auf den Wolkenteppich unter sich, und die Temperaturen sind wesentlich höher als im Tal. Eine so genannte Inversionswetterlage, die sich bei kräftigen Hochdruckgebieten über mehrere Tage halten kann.
Es kommt also im Wesentlichen auf die Verteilung der Luftfeuchtigkeit an, ob die Sonne scheinen kann oder nicht. Dabei spielt die Windrichtung eine entscheidende Rolle. Dies kann man an der Wetterlage zu Weihnachten sehr gut erkennen (siehe Abbildung 2): die meisten Regionen erreicht feuchte Luft von der Nordsee. Besonders dicht und besonders anfällig für Nieselregen sind dabei die Nordseiten der Gebirge, da sich hier die Wolken regelrecht stauen. Dabei fließt die Luft im Uhrzeigersinn um das Hochdruckzentrum, weht also in Nord- und Mitteldeutschland zunächst aus West bis Nordwest, im Süden eher aus Nordost.
Dabei kommt es zu einer Zweiteilung beim Weihnachtswetter: im Süden, besonders im Oberrheingraben auf der windabgewandten Seite des Schwarzwaldes kann häufig die Sonne scheinen. In den teils klaren und kalten Nächten bildet sich allerdings hier eher dichter Nebel aus. Die Temperaturen in den Tälern Süddeutschlands sind demnach häufig im Minusbereich, hier kann jedoch eher mal die Sonne richtig gut zu sehen sein.
Im Norden dagegen bleibt es bei einem Einheitsgrau, dabei kann auch gelegentlich Nieselregen dabei sein, besonders an Heiligabend. Dies gilt von den Küsten bis nach Franken (Siehe Abbildung 2 rechts, die grünen Flächen).
In Lagen ab etwa 800 bis 1000 Metern dagegen herrscht überall freundliches und auch mildes Wetter: auf dem Brocken (Webcam), dem Fichtelberg (Webcam) und dem Wendelstein (Webcam) erreichen wir teilweise Temperaturen zwischen 5 und 7 Grad.
Am zweiten Weihnachtstag verlagert sich der Hochdruckschwerpunkt weiter südostwärts. Damit dreht der Wind im Norden Deutschlands auf südliche Richtungen, womit uns auch hier trockenere Luft erreicht. Damit gibt es immerhin noch eine kleine Chance für die Nord- und Ostdeutschen, nach tagelangem Grau wieder etwas blauen Himmel zu sehen, wenn es auch nur eine Stunde ist (siehe Abbildung 3): Daumen drücken.Die Meteorologen von MC-Wetter wünschen Ihnen Frohe Weihnachten!
Von: Frank Abel
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