Monsun-Prognose

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  • Monsun-Prognose
    26.04.2010 07:37

    Es ist der ausgeprägteste und wohl auch wirtschaftlich wichtigste aller Monsun-Arten. Etwa 1,5 Milliarden Menschen hängen von diesem Indischen Monsun ab, auf dem die Landwirtschaft beruht. Das Indische Meteorologische Institut IMD hat nun seine erste Prognose für die Saison 2010 herausgegeben - Und verspricht Entspannung.

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    Trockenheit in 2009
    Dies ist umso wichtiger, als im Jahr 2009 die für die Landwirtschaft so wichtigen Starkregenfälle (Abb. 3), die zwischen Juni und Oktober über den Subkontinent ziehen (Abb. 4), größtenteils ausblieben. Die wirtschaftlichen Konsequenzen dieser Trockenheit sind am Beispiel des Zuckers deutlich zu erkennen. Indien ist weltweit Nummer Zwei der Zuckerproduzenten, musste aber 2009 einen Rekordwert von 5 Millionen Tonnen auf dem Weltmarkt einkaufen, da es gleichzeitig der größte Zuckerkonsument ist.

    Die Existenzen vieler Menschen hängen von den alljährlichen Regenfällen ab. Nicht nur Zucker, sondern vor allem Getreide ist ein wichtiger landwirtschaftlicher Faktor. Indien ist nach China der zweitgrößte Reisproduzent mit etwa einem Fünftel der Weltproduktion. Aber auch Zuckerrohr, Baumwolle, Tabak, Tee, Kaffee, Jute oder Gewürze gehören zu wichtigen Dingen, die die Bevölkerung ernähren. Indien und alle anderen Staaten des Subkontinents hängen also maßgeblich von den Niederschlägen des Südwest-Monsuns in den Sommermonaten ab.

    Monsun
    Da wir den Monsun bereits in der Vergangenheit erklärt haben, möchten wir hier nur kurz auf die wesentlichen Eigenschaften eingehen. Grundsätzlich entsteht ein Monsun durch die unterschiedlich schnelle Aufheizung oder Abkühlung zwischen Land- und Wasserflächen, während die Achse der Erde im Laufe des Jahres kippt und damit der Zenitstand der Sonne auf die Nord- oder Südhemisphäre wandert.

    Da das Wasser dabei etwas träger ist, entstehen auch Druckunterschiede, was zu periodisch wiederkehrenden Winden führt, die je nach Richtung auch die Feuchtigkeit der tropischen Meere in Form von Regen über das Land bringen. Der Indische Monsun ist dabei wie eingangs schon erwähnt die ausgeprägteste Form und tritt zwischen Juni und September je nach geografischer Lage auf dem Subkontinent auf (Abb. 5).

    Prognose des Indischen Wetterdienstes
    Am 23. April hat nun das India Meteorological Department, kurz IMD, seine erste Prognose für die diesjährige Saison veröffentlicht und dabei für ein Aufatmen der von Trockenheit geplagten Inder gesorgt. Es sagt nämlich einen beinahe normalen Monsun (98% der durchschnittlichen Niederschlagsmenge) voraus. Mithilfe des seit 2007 operativen Vorhersagemodells würde dabei laut eigenen Angaben eine Genauigkeit von 5% in der Aprilprognose erreicht.

    Die in dieses Vorhersagemodell eingehenden Parameter sind dabei unter anderem die Wassertemperaturen des Nordatlantik sowie des äquatorialen süd-Indischen Ozeans, der Bodendruck über Ostasien, die Lufttemperatur des nordwestlichen Europas sowie das Warmwasser-Volumen des äquatorialen Pazifiks. Auch weitere Vorhersagen ähnlich unserer Ensembleprognosen und experimentelle Vorhersagemodelle verschiedener Abteilungen des IMD gingen hier ein.

    Statistik
    Aber auch ein Blick zurück in die Geschichte bestätigt, dass sich die Inder nicht so viele Sorgen um die Niederschläge in dieser Saison zu machen brauchen. Denn seit Aufzeichnungsbeginn gab es noch nie zwei sehr schwache Monsunperioden hintereinander. Seit 1901 gab es 20 Dürrejahre, bei 17 von diesen folgte ein etwa normales Jahr.

    Auch der schwächer werdende El Niño und damit zu Normalwerten zurückkehrende Temperaturen des äquatorialen Pazifischen Ozeans sprechen auch für eine Normalisierung der Monsunverhältnisse. Viele Menschen dürfen also hoffen, obwohl gerade im Dürrejahr 2009 der Klimawandel in Indien besonders in den Fokus rückte - ein indischer Fotograf etwa berichtet hier von seiner Beobachtung, dass der Monsun immer unberechenbarer werde:


    Der Fotograf Ishan Tankhar erzählt über den Klimawandel in der indischen Hauptstadt Delhi

     

    Hinweis:
    Abb. 1 und 2 unterliegen einer CC-Lizenz.

    Von: Frank Abel