Tropensturm-Serie

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    (1) 24-stündige Niederschlagsmenge zwischen 27. und 28.09.11, 2 Uhr MESZ: Auf der nördlichen Insel Luzon über 400 mm!

    (2) Niederschlagssumme vom 24. bis 29.09.11 in mm nach einer Multi-Satelliten Niederschlagsanalyse der TRMM (Tropical Rainfall Measuring Mission) der NASA

    (3) Visuelles Satellitenbild vom heutigen 30.09.11, 5 Uhr MESZ. Zu sehen der ex-Taifun NESAT über Nordvietnam sowie Taifun NALGAE

    (4) 24-stündige Niederschlagssumme vom 28. bis 29.09.11, jeweils 23 Uhr MESZ, nach TRMM-Satellitenanalyse (Quelle: NASA, Google Earth)

    (5) Zugbahnprognose des Joint Typhoon Warning Centers für ex-Taifun NESAT (Quelle: JTWC / USN)

    (6) Zugbahnprognose des Joint Typhoon Warning Centers für Taifun NALGAE (Quelle: JTWC / USN)

  • Tropensturm-Serie
    30.09.2011 07:48

    Eine Serie von Tropenstürmen hält Südostasien weiter in Atem. Nach dem Tropischen Sturm HAITANG zog der Taifun NESAT über die Philippinen und Hongkong hinweg. In den kommenden Tagen folgt Taifun NALGAE. Es kam bereits zu hohen Schäden an Mensch, Tier, Ernte und Infrastruktur. Bereits über 40 Todesopfer sind zu beklagen.

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    Besonders betroffen sind dabei die Philippinen. Sie mussten den direkten Durchzug von Taifun NESAT erleben, der am vergangenen Dienstag, 27.09.11 die Ostküste der philippinischen Insel Luzon erreichte. Zu diesem Zeitpunkt war NESAT ein Taifun der Kategorie 3 (von 5) auf der Saffir-Simpson-Skala mit mittleren Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometern und höheren Windspitzen. Vor allem aber kam es zu enormen Regenmengen: Von der Insel Luzon wurden 24-stündige Niederschlagssummen von bis zu 400 mm gemeldet (siehe Abb. 1, der Jahresniederschlag für Berlin liegt im Mittel bei 600 mm). Dabei traf der Taifun auch die Millionenmetropole Manila, wie in diesem Video zu sehen ist:


    Laut Behörde für Zivilverteidigung ist die aktuelle Opferzahl dabei auf 41 Menschen gestiegen, 31 sind verletzt. Schätzungsweise eine halbe Million Menschen waren durch diesen jüngsten Taifun betroffen, 150.000 Flutopfer sitzen teilweise bis heute noch in Notunterkünften. Die wirtschaftlichen Schäden werden bereits auf 57 Millionen Euro geschätzt.

    Der Weg führte nachfolgend weiter über das Südchinesische Meer, wobei er vom 28. auf den 29.09. auch in Hongkong für Schäden durch Sturm und Wasser sorgte (zum Verlauf siehe auch Abb. 2), wobei nach jetzigem Stand glücklicherweise keine Todesopfer zu beklagen sind:


    NESAT erreicht Vietnam
    Zur Stunde (Freitagmorgen unserer Zeit) hat NESAT in abgeschwächter Form als Tropischer Sturm erneut das Festland in der Nähe der vietnamesisch-chinesischen Grenze erreicht (Abb. 3). Nach Satellitenauswertung fielen dabei über dem Südchinesischen Meer jedoch immer noch Regenmengen von bis zu 250 Litern pro Stunde (Abb. 4).

    Er wird nach aktueller Prognose weiter nach Vietnam hineinziehen und auch der Hauptstadt Hanoi bis zum Samstag extreme Regengüsse bringen, um sich dann schließlich über Vietnam aufzulösen (Abb. 5). 

    Dabei kämpft Vietnam gerade noch mit den Folgen des Tropensturms HAITANG, der am Morgen des 27.09. (Ortszeit) bei Hu an Land ging.


    Dabei kamen sieben Menschen ums Leben; entweder sie ertranken oder wurden von Erdrutschen verschüttet. Das Mekong-Delta, auch Reiskammer des Landes genannt, war zwar nicht direkt betroffen, jedoch sorgte Hochwasser von bis zu vier Meter dafür, dass der Mekong an mehreren Stellen durchbrach. Vermutlich wird der Höhepunkt des Hochwassers dort jedoch erst in der kommenden Woche stattfinden.

    NALGAE erreicht Philippinen
    Doch damit nicht genug. Nach HAITANG und NESAT wird bereits am morgigen 1. Oktober der nächste Taifun, NALGAE, über die nördliche Insel Luzon der Philippinen hinweg ziehen. Seine Zugbahn ähnelt sehr der seines Vorgängers NESAT, liegt dabei nur wenig weiter nördlich (Abb. 6), sodass Manila zumindest nicht in gleichem Ausmaß betroffen sein wird.

    Auch die Stärke von NALGAE ähnelt sehr der von NESAT, es ist wiederum ein Taifun der Kategorie drei, erwartet werden Windgeschwindigkeiten von im Mittel um 200 km/h und Windspitzen bis 250 km/h. Am 05.10. wird er denn in abgeschwächter Form ebenfalls wieder im Norden Vietnams erwartet, sodass eine Verschärfung der kritischen Lage für diese Region sehr wahrscheinlich ist.

    Von: Frank Abel