Spanische Unwetter?

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  • Spanische Unwetter?
    19.11.2007 05:44

    Die Niederschlags-Summen in der Vorhersage unseres Multi-Model MOS färben sich über der Iberischen Halbinsel und den Kanaren rot. Ein Zeichen für eine unwetterartige Entwicklung. Tatsächlich muss man sich hier in den kommenden Tagen auf teils kräftige Gewitter mit Hagel und Regensummen örtlich über 100 Liter pro Quadratmeter in 24 Stunden vorbereiten.

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    Der Mittelmeerraum kommt im Moment nicht zur Ruhe. Am vergangenen Freitag sorgte Tief Yann bereits für Orkanböen und unwetterartige Regengüsse, und nun sind bereits die nächsten Unwetter auf dem Vormarsch.

    Zwar werden die Ausmaße wohl nicht ganz so dramatisch werden, aber wo so ein gut organisiertes Gewitter mit voller Wucht trifft, sind doch einige Schäden zu befürchten. Doch zunächst wollen wir uns den Hintergründen zuwenden:

    Wie entstehen die Unwetter?

    Hauptverantwortlich ist zunächst einmal das Tief Zebedäus, das sich momentan über Ostatlantik mit Kern bei Irland befindet (Abb. 1). Es führt auf seiner Vorderseite einerseits feucht-warme Luft aus dem Atlantischen Ozean in den Süden der Iberischen Halbinsel (Abb. 2). Zum anderen liegt die Front parallel zu den Isobaren, wir haben es also mit einer so genannten Frontalwelle zu tun, in deren Bereich ergiebige Niederschläge auftauchen.

    Zusätzlich nimmt die Windgeschwindigkeit mit der Höhe wieder kräftig zu. Dies hat zum einen mit der Position auf der Vorderseite des hoch reichenden Tiefs zu tun (Abb. 3),  zum anderen aber auch damit, dass sich in den Wintermonaten zusätzlich der Subpolarjet (Abb. 4), ebenfalls ein Starkwindband in größerer Höhe, wieder deutlich verstärkt. Dieser befindet sich im Grenzbereich subpolarer und tropischer Luftmassen und ist dem Polarjet relativ ähnlich, wenn auch insgesamt schwächer.

    Warum entstehen die Unwetter verhäuft im Herbst?

    Wasser kühlt sich langsamer ab als die Landflächen. Darum ist das Mittelmeer oder auch der subtropische Atlantik noch relativ warm, während es im Landesinneren deutlich kälter ist. Dies ist übrigens sehr gut an den Tiefsttemperaturen der kommenden Nacht (Abb. 5) zu erkennen: während nach Nordosten hin die Werte deutlich einstellig werden, geht das Thermometer im Südwesten Spaniens und Portugals mit der herangeführten Luft kaum unter 13°C zurück.

    Im Herbst prallen solche Gegensätze häufig aufeinander. Entweder durch Kaltluftvorstöße aus dem Norden, wie es besonders deutlich beim oben erwähnten Tief Yann der Fall war, oder durch herangeführte Meeresluft. Dies sorgt für gute Entwicklungsbedingungen, da die Luft hier sehr leicht aufsteigen kann.

    Haben wir dann noch eine Änderung des Windes mit der Höhe, und zwar in Richtung und Geschwindigkeit (die so genannte Windscherung, Abb. 6), dann sind alle Zutaten für kräftige Gewitter zusammen.

    Was ist zu erwarten?

    Im Südwesten der Iberischen Halbinsel und auf den Kanaren muss mit organisierten Gewitterzellen gerechnet werden.  Dabei sind auf engem Raum hohe Regenmengen örtlich über 100 Liter pro Quadratmeter in 24 Stunden (Abb. 7) zu erwarten, teilweise ist auch Hagel möglich. Im Bereich dieser Unwetter sind dabei einzelne Sturmböen oder schwere Sturmböen um 100 km/h möglich. Dies gilt insbesondere in Gebirgsnähe.

    Voraussichtlich gilt diese Gefahr bis mindestens Mittwoch, während sich dann die Unwetterzone etwas südwärts in Richtung Afrika verlagert.

    Von: Frank Abel