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  • (1) Diese Gewitterwolke (Cumulonimbus) hat René Schulz bei Bernburg, Sachsen-Anhalt, am 23.05.12 um 5 Uhr fotografiert und uns per Facebook geschickt

    (2) Messwerttabelle Mai für Hamburg

    (3) Messwerttabelle Mai für Berlin

    (4) Messwerttabelle Mai für Frankfurt am Main

    (5) Messwerttabelle Mai für München

  • Mai 2012
    30.05.2012 06:10

    Nun geht der so genannte Wonnemonat seinem Ende entgegen, und er hatte vor allem in puncto Temperatur große Kontraste zu bieten mit sowohl Hitze- als auch Kälteperioden. Zum Schluss wurde und wird die Trockenheit zu einem Problem.

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    Temperaturkarussell, insgesamt zu warm
    Auf und ab ging es in diesem Monat mit den Temperaturen, wobei wir es sowohl wiederholt mit Bodenfrost zu tun hatten, aber kurz danach auch gleich wieder mit freibadtauglichem Sommerwetter - und wieder zurück. So zeigen die Temperaturkurven der Wetterstationen (siehe Abb. an der Seite) ein wildes Auf und Ab. Insgesamt aber wird dieser Mai spürbar zu warm ausfallen, um etwa 1,5 Grad in Küstennähe sowie am Niederrhein und zwischen 2 und 2,5 Grad zwischen Franken, Oder und Neiße, so die vorläufige Statistik bisher.

    Dabei starteten wir noch mit Restwärme, die wir aus dem April mit in den Mai hinüber retteten. Diese kurze, aber recht intensive Wärmeperiode hatte ja noch dazu gereicht, dass der über lange Strecken zu kühle April 2012 insgesamt dann doch noch geringfügig zu warm ausgefallen war.

    Doch kurz danach folgte zur zweiten Dekade ein regelrechter Temperatursturz, vor allem im Osten Deutschlands sackten die Maximalwerte um 20 Grad in den ersten Tagen nach unten. Kurz danach zu Beginn der zweiten Dekade kämpften die äußerst unterschiedlichen subtropischen und polaren, teils arktischen Luftmassen weiter: Nach einer intensiven Wärmephase um den 11. Mai herum stürzte die Temperatur erneut ab, und es gab passend zu den Eisheiligen häufig Boden-, teils sogar Luftfrost in den Nächten.

    Bezeichnend dafür ist das Beispiel der Wetterstation Michelstadt-Vielbrunn im Odenwald: In den bis 1987 zurückreichenden Wetteraufzeichnungen wurde dabei am 11.5. ein Wärmerekord (28,2°C) und direkt am 14.5. ein Kälterekord (0,9°C) für die zweite Maidekade neu aufgestellt. Eine neue Wärmeperiode sorgte dann für ein warmes Pfingstfest mit sommerlichem Wetter bei reichlich Sonnenschein und gebietsweise über 25°C Höchsttemperaturen, bevor die Temperatur nun zum Ende des Monats wieder auf dem Weg nach unten ist.

    Trockenheit zunehmend problematisch
    In Sachen Regen gab es ebenfalls eher große Gegensätze, wobei vor allem nach Monatsmitte dieser eher die Ausnahme darstellte. Die intensivsten Niederschläge gab es zuvor insbesondere an den ausgeprägten Luftmassengrenzen, die sich über Deutschland aufhielten sowie lokal begrenzt durch kräftige Gewitter innerhalb der instabilen Warmluft. Doch selbst diese konnten die Niederschlagsstatistik nur leicht korrigieren.

    Kurz vor Ende des Monats gibt es vielerorts nicht einmal die Hälfte der langjährigen Niederschlags-Mittelwerte. Am dramatischsten sieht es im Osten sowie im westlichen Niedersachsen aus: Dresden hatte bis zum 28. Mai nur 37%, Emden sogar nur 29% der Klimawerte an Niederschläge aufzuweisen, die meisten konnten etwa die Hälfte der Normalmenge verbuchen, und nur örtlich wurde das Soll erreicht. Vor allem im Osten des Landes war hohe Waldbrandgefahr sowie Trockenheit Grund zur Besorgnis, beispielsweise sinkt der Pegel der Elbe derzeit weiter und behindert bereits die Schifffahrt.

    Doch hatte man dennoch auch mit Unwettern zu kämpfen - ein Höhepunkt war zweifellos das Unwetter, das am Sonntag, dem 20.05. zwischen dem Niederrhein und der Voreifel in Nordrhein-Westfalen tobte, örtlich türmte sich Hagel 40 Zentimeter hoch in den Straßen, die Feuerwehr Euskirchen musste laut Sprecher 45 Tonnen davon räumen.

    Etwas mehr Sonnenschein als üblich
    Wie wir in den Messwertgrafiken sehen, zeigte sich die Sonne vor allem in der zweiten Monatshälfte und vor allem im Osten Deutschlands häufig, was dank der Hochs Otto und "Petermartin" dann auch das Pfingstfest freundlich ausfallen ließ. Kompaktere Wolkenfelder von nahen Tiefs über Westeuropa sorgten hingegen dafür, dass die Sonnenscheinbilanz im Westen Deutschlands eher im Bereich der Normalwerte lag, ein Fünftel bis ein Viertel länger als üblich schien sie vor allem im Südosten des Landes (Würzburg: 251 Stunden bis 28.05. = 125%).

    Insgesamt war also der Wonnemonat geprägt durch Eisheilige und sommerliche Phasen, und die Tendenz der Vorjahre hin zu trockeneren Bedingungen in den Frühlingsmonaten scheint sich fortzusetzen. Morgen folgt an dieser Stelle eine Bilanz des Frühlings 2012, der meteorologisch mit dem morgigen 31.05. endet.

    Von: Frank Abel