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Rekord-Hochwasser NRW23.08.2007 06:45
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Höchster Pegel der Ruhr seit Aufzeichnungsbeginn
Der alte Höchststand aus Hattingen stammt laut Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht vom 01.01.1994 mit 6,04 m (der mittlere Wasserstand beträgt 1,98 m).
Heute, am 23.08., stand der Pegel der Ruhr um 04:15 Uhr bei 6,08 m, um 06:45 Uhr bei 6,10 m, die Tendenz ist aber nur noch leicht steigend (der Ruhrverband meldet regelmäßig den aktuellen Pegel der Ruhr, klicken Sie hier für Hattingen).
Enorme Regenmengen
Grund für dieses Hochwasser sind natürlich die langanhaltenden Niederschläge der vergangenen Tage. Besonders von Dienstagabend bis Mittwochfrüh sorgte Tief Quirinus für lang anhaltenden, gewittrig verstärkten Regen über mehrere Stunden (wir berichteten darüber). Dieser kam nicht wie so oft aus dem Westen, sondern aus dem Nordosten auf Nordrhein-Westfalen zu.
Mit diesem Nordost- bis Nordwind wurden die Regenwolken dann zusätzlich an der Nordseite von Sauer- und Siegerland (Abb. 2) gestaut, sodass von hier auch die größten Niederschlagssummen gemeldet wurden, örtlich über 90 Liter pro Quadratmeter, was in etwa der Menge des gesamten Monats August entspricht (Abb. 3).
"Land unter" im Sauerland
Dieser Starkregen sorgte bereits in der Nacht vom 21. auf den 22.08. für große Probleme. Wie oben schon angedeutet, ist dabei besonders der Hochsauerlandkreis betroffen. Siegerländer haben 2000 Sandsäcke für die benachbarten Sauerländer bereitgestellt.
Laut Kölnischer Rundschau habe ein Sprecher der Stadt Meschede "Land unter" gemeldet. Aber nicht nur im Sauerland, auch in Ostwestfalen-Lippe gab es erhebliche Probleme, etwa durch Erdrutsche, die die Bahngleise blockierten.
Wie geht es weiter?
Der ergiebigste Niederschlag sollte nun gefallen sein, jedoch sind im Tagesverlauf des Donnerstags noch einzelne, örtlich auch kräftigere Schauer oder Gewitter möglich, die noch für einige Liter sorgen können. Die 'pessimistischste' Abschätzung unseres Multi-Model MOS ist in Abb. 4 zu sehen.
Da es sich hier aber nicht mehr um großflächigen Niederschlag, sondern nur um örtliche Ereignisse handelt, dürfte in den kommenden Stunden und Tagen Entspannung eintreten.
Diese beginnt bereits in den höheren Lagen des Sauerlandes. Dazu vergleichen Sie bitte die Pegelstände an Ruhr und Neger (Abb. 5 bis 8): während die das Sauerland entwässernden Flüsse und Bäche noch steigende Wasserstände meldeten, sinken sie bereits in den höchsten Lagen.
Quellen:
Talsperrenleitzentrale des Ruhrverbandes
Hochwassermeldedienst Rheinland-Pfalz
Von: Frank Abel
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