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  • Es brodelt
    20.11.2009 07:19

    Es ist Herbst, es ist die Zeit der Stürme. Bisher sind wir in Deutschland von flächendeckenden Ereignissen verschont geblieben, jedoch sorgte Orkantief Jürgen bereits in Norddeutschland für große Probleme, leider ist auch bereits ein Todesopfer zu beklagen. Nun macht sich ein weiteres kräftiges Sturmtief auf den Weg zu uns.

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    Dieses Tief hat seine Reise in der Nähe von Neufundland begonnen, ist dann südostwärts über den westlichen Atlantik geführt worden und wandert nun auf der Vorderseite des mächtigen Kaltluftvorstoßes, der für die derzeit milde Luft bei uns verantwortlich ist, wieder nordostwärts auf Europa zu (Abb. 2 und 3).

    Reise über den Atlantik
    Das Tief befindet sich also auf der Vorderseite dieses so genannten Troges und - schaut man in ca. 9 km Höhe - auf der linken Seite eines Starkwindbandes, das Jetstream genannt wird, dies ist grob gesagt ein Ausgleichswind zwischen verschieden temperierten Luftmassen. Wichtig zu wissen ist, dass die Entwicklungsbedingungen hier und auch noch über dem recht milden Wasser des Atlantiks optimal sind, derzeit sind die Wassertemperaturen im Ostatlantik sogar teils höher als üblich (Abb. 4).

    So dürfte sich das Tief am frühen Sonntag, 22.11.09, auf dem Höhepunkt seiner Entwicklung befinden, wobei der voraussichtliche Kerndruck um 960 hPa liegen wird, wie ein Modellvergleich schätzen lässt (Abb. 5). Danach füllt sich das Tief wieder auf, sprich: Es wird schwächer werden, während sein Weg wohl über die Britischen Inseln und die Nordsee führen wird.

    Ab Sonntag, 22.11.09 Sturm und Regen
    Obwohl es dann in der Nacht von Sonntag auf Montag, 23.11.09, nicht mehr die maximale Kraft entfalten kann, steht zumindest für die Britischen Inseln doch ein zumindest markantes Sturmereignis bevor. Die Abb. 6 zeigt dabei die höchsten 6-stündigen Böen, so wie sie das europäische Modell für mittelfristige Wettervorhersagen ECMWF vorausberechnet. Orange sind dabei Sturmböen gekennzeichnet, rot schwere Sturmböen und lila orkanartige Böen und mehr.

    Betroffen sind dabei selbstverständlich vor allem die Atlantikküsten der Britischen Inseln, aber auch die Frankreichs, zum Montag muss dann auch in Norddeutschland zumindest mit Sturmböen gerechnet werden. Die vorausgesagten Spitzengeschwindigkeiten des Multi-Model MOS für Sonntagnachmittag, dem 22.11.09, sind dabei in Abb. 7 zu sehen, und selbstverständlich kommt der Sturm nicht alleine, er wird auch Regen mitbringen (Abb. 8).

    Insgesamt kann man sagen, dass dies zwar kein extrem heftiger Herbststurm werden wird, jedoch sollte man die genauere Entwicklung im Auge behalten und sich für den Beginn der Woche in Deutschland auf windige, im Küstenbereich und auf den Bergen auch auf stürmische Zeiten einstellen, wie Einzelberechnungen zeigen (Abb. 9). Ein Blick auf die Unwetterwarnungen lohnt also.

    Von: Frank Abel