D: Unwettergefahr!

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  • D: Unwettergefahr!
    22.06.2008 03:45

    Tief NARUPORN mit Zentrum über den Britischen Inseln (Abb. 1) zieht am heutigen Sonntag ostwärts und sorgt in Teilen Europas für unwetterartige Gewitter. Auf seiner Vorderseite wird feuchte Luft subtropischen Ursprungs nach Norden geführt. Heute Mittag liegt somit eine markante Luftmassengrenze zwischen kühler Meeresluft und subtropischer Warmluft in einem Streifen vom Golf von Biskaya über den Nordwesten Frankreichs bis zur Nordsee (Abb. 2). Die Luftmassengrenze soll bis Morgen Nachmittag quer über Deutschland liegen, so dass besonders der Süden voraussichtlich in der feuchten, gewitteranfälligen Subtropikluft verbleibt (Abb. 3). Wie labil geschichtet die subtropische Luftmasse ist, zeigt Abbildung 4: Mehr als 2000 J/kg CAPE liegen über Westeuropa - eine sehr energiereiche Luftmasse! Doch hohe CAPE-Werte machen noch kein starkes Gewitter aus; die Gewitter müssen auch ausgelöst werden.

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    Hilfestellung leistet da u.a. starker Wind ("Jet") in rund 5,5 km Höhe (Abb. 5). Dieser zieht  vom Ärmelkanal kommend im Laufe des Sonntags/Nacht zum Montag vom Ärmelkanal über Nordwestdeutschland hinweg (Abb. 6). Dieser Jet sorgt für genügend Hebung der Luftmasse, so dass Gewitter ausgelöst werden. Da die Windgeschwindigkeit mit der Höhe zunimmt ("Windscherung") können die Gewitter langlebig und intensiv werden. Großer Hagel und Sturmböen sind dabei die Hauptunwetterfaktoren, natürlich sind Starkregen und viele Blitze auch mit von der Partie. Einzelne Tornados können dabei nicht ausgeschlossen werden.

    Während der Fokus der potenziellen Unwetter am heutigen Sonntag eher in der Nordwesthälfte Deutschlands liegt, verlagert er sich der Gewitterschwerpunkt in der Nacht zum Montag auch nach Mittel- und Ostdeutschland. Abgesehen von einzelnen, aber durchaus kräftigen "Hitzegewittern" wird der äußerste Südosten Deutschlands vorerst noch  weitesgehend verschont. Aber, wie oben erwähnt, bleibt die gewitteranfällige Subtropikluft dort wohl erhalten, so dass sich zu Wochenbeginn das Unwetterpotenzial in den Süden Deutschlands verlagert.

     

     

    Von: Friedrich Föst