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Erstbilanz Orkan KLAUS24.01.2009 07:11
Wie bereits gestern ausführlich erklärt, fegte das Schneellläufer-Tief KLAUS heute morgen wie erwartet mit Orkanstärke über die Biskaya hinweg. Sowohl im gesamten spanischen Küstenbereich von Galizien über Asturien, Kantabrien und dem Baskenland (Abbildung 9 und 10), als auch an der französischen Biskayaküste wurden in diesem Zusammenhang verbreitet Orkanböen der Stärke 12 mit über 119 km/h registriert. Besonders verheerend wütete KLAUS über Aquitanien, wo in den Hafenstädten Cap Ferret und Biscarosse zwischen 04:00 und 05:00 Uhr starke Orkanböen mit bis zu 172 km/h (siehe Bild 11) registriert wurden. Zum Vergleich, dies entspricht fast der Hurrikanstufe III, welche für Windgeschwindigkeiten ab 180 km/h definiert wird.
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Ebenso verheerend war KLAUS bereits am frühen Morgen über Galizien hinweg gezogen. Zwar sind die Werte an den offiziellen Wetterstationen knapp unter den Werten der französischen Stationen, allerdings ist das Netz nur sehr gering. Nebenamtliche Wetterstationen melden an der galizischen dagegen Rekordböen von über 200 km/h und Wellen bis 20 Meter!
Doch nicht nur der unmittelbare Küstenbereich ist betroffen, auch im Landesinneren ist bei diesem außergewöhnlich intensiven Tiefdruckwirbel mit Orkanböen zu rechnen. Am frühen Morgen gegen ca. 05:00 Uhr hat der Tiefkern die französische Küste in etwa bei der Hafenstadt La Rochelle (Abbildung 6) erreicht. Somit ist vor allem der Bereich zwischen Bordeaux und Montpellier auf der Südseite von KLAUS von den heftigsten Windböen betroffen. Die ersten Windmeldungen im Landesinneren (z.B. 141 km/h um 07:00 Uhr in Mont-de-Marsan, siehe Bild 12) lassen dabei bereits jetzt große Schäden in weiten Teilen Südwestfrankreichs vermuten.
Mit der strammen Westströmung verlagert sich KLAUS im laufe des Tages nun rasch weiter in Richtung Korsika. Beim Landgang schwächt sich das Tief durch den Einfluss der Bodenreibung zwar ab, allerdings muss ab dem Nachmittag (Abbildung 8) in Südfrankreich auf der Rückseite des Tief ebenso mit einer regen Windtätigkeit gerechnet werden. Durch die kanalisierende Wirkung des Rhone-Tals kann der so genannte Mistral regelrecht bis ins Mittelmeer rauschen. Das strömungsparallel gelegene Rhone-Tal kann hier durch den Düseneffekt die Nordwinde bis auf Orkanstärke intensivieren.
Von seiner schönen Seite zeigt sich KLAUS dagegen im Infrarot-Satellitenbild. Hier (Abbildungen 1 bis 3) kann man eindrucksvoll erkennen, in welchem Tempo die Wolkenfelder spiralförmig in das Tiefzentrum in Rotation gegen den Uhrzeigersinn geradezu hingesogen werden. Die Abbildungen 4 bis 8 zeigen zur Veranschaulichung die Entwicklung von KLAUS im Bodendruckfeld nach dem hochaufgelösten UKMO-Modell des englischen Wetterdienstes.
Von: Marcus Boljahn
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