Kälte bis Weihnachten?

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  • Kälte bis Weihnachten?
    17.12.2009 10:36

    Der Winter hat große Teile Europas momentan fest im Griff. Auch in Deutschland regiert nun für einige Tage Väterchen Frost, Schnee liegt bereits in einigen Regionen, die zum Teil nicht wirklich als Winterhochburgen bekannt sind. Doch wird sich dieses kalte Wetter bis Weihnachten behaupten können und wo wird Schnee fallen?

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    Die Großwetterlage:

    Wie anhand der ersten Abbildung zu erkennen ist, auf der sowohl der Luftdruck am Boden als auch die geopotenzielle Höhe sowie die Temperaturverteilung  auf der 500-hPa-Druckfläche (ca. 5500 Meter Höhe) abgebildet sind, befindet sich fast der gesamte europäische Kontinent an der Ostseite eines kräftigen nordatlantischen Hochdruckgebietes, welches sich bis nach Skandinavien erstreckt, in einer kalten nordöstlichen Strömung. Sehr gut sichtbar wird dies auch bei den heutigen Minimumtemperaturen, die in Abbildung 2 gezeigt sind. Frost herrschte durchgängig in Nord- und Osteuropa, dabei erlebten vor allem Teile Skandinaviens und Westrusslands zum Teil bitterkalte Temperaturen. In Kuusamo (Finnland) wurden -32,6°C, in Tambov (Russland) -33,0°C, im nordschwedischen Gielas sogar -35,2°C gemessen. So kalte Luft regiert in Mitteleuropa freilich nicht, aber Frost ist auch hier sehr häufig anzutreffen, so beispielsweise -15,5°C in Suwalki (Polen) oder -10,1°C in Daruvar (Kroatien). Auch in Gebieten, wo dies nicht allzu typisch ist, wurde häufig mäßiger, teils sogar strenger Frost registriert. So meldete Troyes nahe Paris -10,3°C, Bordeaux waren es -6,2°C. Aber auch in Teilen Südeuropas traten für dortige Verhältnisse kalte Temperaturen auf, Frost herrschte allerdings eher in höheren Lagen.

    Die in Europa dominierende nordöstliche Strömung hält zunächst an, womit sich die winterliche Kälte in vielen Gebieten vorerst behaupten kann, zum Teil sogar noch  verschärft.

     

    Schnee an eher ungewöhnlichen Orten:

    Schauen wir zunächst nach Deutschland. Vermutet man abgesehen vom Bergland prinzipiell die größerenSchneehöhenin der Südosthälfte und vorzugsweise in Bayern, so wird man dort zwar häufig fündig, am meisten Schnee ist aber in Nord- und Ostfriesland herniedergegangen, so meldete St. Peter-Ording am Morgen 12 cm Schnee, Bordelum (nordfriesisches Festland) sogar 20 cm Schnee. In Ostfriesland waren es bis zu 8 cm, so zum Beispiel gemessen in Wittmundhafen.

     

    Bleibt die Kälte bis Weihnachten? Wo fällt Schnee?

    Betrachten wir nun den voraussichtliche Verschiebung der europäischen Wetterkonstellation bis zum Heiligen Abend. Wie man in Bild 4, auf dem die Temperaturen in ca. 1500 Meter vom kommenden Samstag zu sehen sind, erkennen kann, gleicht Mitteleuropa zum Wochenenede hin einem Eisschrank. Dauerfrost herrscht in vielen Gebieten, in den östlichen Teilen fällt dieser mäßig, örtlich auch streng aus. Doch wirft man nun einen Blick auf die Entwicklung der Druckgebiete, so kann schnell festgestellt werden, dass der Höhepunkt der Kälte damit erreicht ist. Denn über dem Europäischen Nordmeer befindet sich zu diesem Zeitpunkt ein kräftiges Tiefdruckgebiet , welches sich allmählich nach Süden verlagert (siehe Bild 5 und 6). Dies wird aller Voraussicht nach am Sonntag für einigen Neuschnee in der Westhälfte Deutschlands sorgen, örtlich sind 5-10 cm möglich. So sehr darüber Freude herrschen könnte, so muss aber beachtet werden, dass aufgrund eines zweiten Tiefs zwischen Azoren und Spanien die Strömung für Mitteleuropa insgesamt auf Süd bis Südwest kippen wird. Dies hat allgemein das Heranführen milderer Luftmassen zur Folge, die zunächst in der Höhe zu erkennen sind, sich am Boden je nach Strömungsstärke aber durch die Trägheit der schwereren Kaltluft, die zunächst noch dort lagert, nur verzögert durchsetzen können. Aufgrund der vorangegangene Frostperiode und häufiger Niederschlagsaktivität in Tiefdrucknähe besteht somit zu Beginn der kommenden Woche gebietsweise die Gefahr von Eisregen.

     

    Weiße Weihnacht - hält der gefallene Schnee bis Heiligabend?

    Die Frage nach weißen Weihnachten ist dieser Tage natürlich überall zu vernehmen, viel wurde bereits geschrieben darüber, dass die Chancen so gut stünden wie lange nicht. Doch sollte man diese Euphorie nach aktuellem Stand etwas bremsen. Sehen wir uns die Karte der Temperaturen in ca. 1500 Metern zum Heiligen Abend an, so müssen wir zunächst erkennen, dass milde Luftmassen in höheren Schichten regieren, was die Chancen für Schneefall genau zu diesem wichtigen Zeitpunkt stark schmälert. Bodennah setzt sich die Milderung allerdings etwas zögerlicher durch und so herrscht bis Montag zunächst häufig Dauerfrost.  Nach Norden und Nordosten hin ist fraglich, ob bis zum 24.12. überhaupt deutliche Plusgrade erreicht werden und so können sich die Menschen in den Regionen, in welchen bis Montag Schnee gefallen ist, wahrscheinlich auf weiße Weihnachten freuen, allgemein stehen die Chancen bei 50 bis 70 Prozent. Im Südwesten liegen diese nur bei 10 bis 20 Prozent, da dort die Milderung wohl deutlicher ausfallen und auch mit Niederschlägen in flüssiger Form begleitet sein wird. Selbst in höheren Lagen muss um das weiße Gut gebangt werden, erst oberhalb von 1000 bis 1200 Meter sind weiße Weihnachten wohl recht sicher.

    Von: Gregor Neubarth