Argentinien: sehr kalt

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  • Argentinien: sehr kalt
    24.09.2009 08:42

    Auf der Südhalbkugel hat am 22.09.09 der Frühling begonnen. Dass es dabei im südlichen Argentinien und Chile noch winterlich zugeht, ist nicht weiter ungewöhnlich. Jedoch wird man weiter nördlich in diesen Ländern deutlich mehr frieren als üblich in dieser Jahreszeit und eventuell Schnee an ungewöhnlichen Orten sehen.

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    Der bevorstehende Kälteeinbruch ist dabei sehr ungewöhnlich für die nördlichen Landesteile. Normal für Ende September sind zum Beispiel in Rosario in der Provinz Santa Fe Höchstwerte um 22°C (Abb. 2). Unser Ortewetter für Rosario zeigt für den 27.09.09 aber Höchstwerte deutlich unter 15°C, und auch der Extreme Forecast Index des europäischen Wettermodells (Abb. 3) zeigt an, dass ein Kälteereignis bevorsteht, das deutlich vom Klima abweicht. Was wird in den nächsten Tagen hier geschehen?

    Ausgangslage
    Den Anfang dieser Entwicklung kann man schon auf den Vorhersagekarten für den morgigen 25.09.09 um 23 Uhr unserer Zeit, entsprechend 18 Uhr argentinischer Zeit, erkennen (Abb. 4): Ein Hochdruckgebiet befindet sich über dem östlichen Pazifik vor der chilenischen Küste. Da der Wind aus einem Hoch auf der Südhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn strömt, schiebt er so an seiner Ostflanke die sehr kalte Luft antarktischen Ursprungs weiter nordwärts.

    Zwischen diesem und einem weiteren Hoch über dem südlichen Atlantik kommt es so zu einem Kaltluftvorstoß nach Norden. Dies sorgt für eine markante Abkühlung im noch winterlichen Südchile / Südargentinien, was zwar markant ist, in dieser Region aber häufiger vorkommt.

    Hoch und Tief zusammen
    Interessant ist dann die weitere Entwicklung der Druckgebilde: Auf der Vorderseite dieses Kaltluftvorstoßes kann sich unter sehr günstigen physikalischen Bedingungen ein Tiefdruckgebiet bilden und rasch verstärken, zum anderen wird das Hoch über dem südlichen Pazifik durch die Kaltluft gestützt. 

    Hoch und Tief zusammen führen nun die antarktische Kälte zusammen nach Argentinien und Chile weit nordwestlich voran (Abb. 5), sodass insbesondere der kommende Dienstag, 29.09.09, im Norden Argentiniens ungewöhnlich kalt ausfallen dürfte.

    Schnee?
    Damit zusammenhängend traut sich dann auch der Schnee noch einmal recht weit nordwärts voran. Bis hinein in die Pampa-Region sind dabei Schneefälle bis ins Flachland möglich, insbesondere in den zentral gelegenen Sierras Pampeanas, aber auch bis in das Flachland der Pampas, einer savannenartigen Region, sind mehrere Zentimeter Schnee möglich (Abb. 7 und 8), dazu kann es gebietsweise zu kräftigem Wind kommen.

    Wir werden diese Region in den kommenden Tagen genauer im Auge behalten.

    Von: Frank Abel