Kräftiger Stauniederschlag

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  • Kräftiger Stauniederschlag
    01.11.2008 05:56

    In den letzten Tagen hat sich ein Trog über Westeuropa etabliert, der kalte Luft in der Höhe vom Nordatlantik bis weit nach Süden transportiert. Durch das Überströmen der kalten Luft über die warme Mittelmeerluft kam es zu einer Tiefdruckentwicklung und damit auch zu teils kräftigen Niederschlägen. Besonders gut in Abbildung 1 zu erkennen ist der Grenzbereich zwischen warmer Luft in Südosteuropa und kälterer Luft im westlichen Europa. Genau dort gibt es die stärksten Niederschläge.

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    Abbildung 2 zeigt die dazugehörigen Bodendruckwetterkarten des europäischen Wettermodells ECMWF bis Dienstag 13 Uhr. Es ist erkennbar, dass sich bis Mitte der nächsten Woche eine Trogabschnürung, also ein abgeschlossenes Gebiet mit geringerer geopotentiellen Höhe, bildet. Am Boden bleibt somit weiterhin der Tiefdruckeinfluss für die Region um Spanien, Südfrankreich und Norditalien erhalten.

    Durch die südliche Hauptströmungsrichtung auf der Vorderseite des Tiefdruckgebietes kommt es besonders in den Seealpen, den Gebirgen Korsikas und Sardiniens sowie in Norditalien und der Südschweiz zu weiteren, teils kräftigen Stauniederschlägen, die zu lokalen Überschwemmungen führen können. Bereits in den letzten Tagen prasselte enorm viel Regen vom Himmel. Eine Auswahl der gemessenen 12-Stunden-Mengen vom 30. Oktober um 7 Uhr ist in Abbildung 4 aufgeführt. Der Schwerpunkt lag an diesem Tag in Slowenien und Österreich, Spitzereiter war der Ort Ratece mit 96 mm.

    In der Vergangenheit gab es jedoch schon viel größere Regenmengen bei vergleichbaren Stauwetterlagen, zum Beispiel im November 2002. Damals wurden im schweizerischen Camedo (Tessin) an drei aufeinanderfolgenden Tagen jeweils mehr als 200 mm (!) registriert, insgesamt also 600 mm. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge in Berlin beträgt ca. 600 mm. Der höchste Tageswert an dieser Station, gleichzeitig Schweizer Rekord, beträgt 414 mm am 10.9.1983.

    Von: Karsten Kürbis