Wonnemonat Mai?

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  • Wonnemonat Mai?
    01.05.2009 04:08

    Der abgelaufene April ist in vielen Teilen Deutschlands deutlich zu warm, zu sonnig und vor allem im Nordosten auch sehr trocken ausgefallen und erinnerte somit vom Wettercharakter bereits eher an den Mai, obwohl dieser erst noch bevor steht. Doch was dürfen wir in diesem Jahr vom so genannten „Wonnemonat“ erwarten? Wird er halten, was er verspricht oder kommen wir verspätet in den Genuss des typisch wechselhaften Aprilwetters? Oder ist gar ein Szenario wie 2007 denkbar, wo beispielsweise in Berlin auf einen ähnlichen April der nasseste Mai seit Aufzeichnungsbeginn folgte?

    Zu Beginn des Monats ändert sich zunächst nur wenig. Bei sehr angenehmen Temperaturen zeigt sich bis zum Sonntag häufig die Sonne und abgesehen von lokalen Schauern oder vereinzelten Gewittern, die am ehesten nach Süden hin anzutreffen sind, bleibt es bei viel Sonnenschein weitgehend trocken, erst zum Sonntag nähern sich von Nordwesten her Frontensysteme eines Tiefs. Bis dahin wird es also im Nordosten bei der extrem hohen Waldbrandgefahr (siehe Bild 1) bleiben. Doch in der kommenden Woche ist in dieser Hinsicht leichte Entspannung in Sicht, denn die Wetterlage stellt sich insgesamt um.  Bild 2 zeigt die vom europäischen Wettermodell ECMWF aufsummierte Niederschlagssumme der nächsten sieben Tage und man kann recht deutlich erkennen, dass in Deutschland messbarer Regen teils auch in den Gebieten zu erwarten sind, wo er dringend nötig ist. Der klassische Landregen mit flächendeckendem und länger anhaltendem Niederschlag bleibt zunächst aus. Doch es besteht berechtigte Hoffnung, dass der Mai im weiteren Verlauf dem entgegensteuert. Schauen wir uns die ECMWF-Ensemble-Cluster für nächsten Donnerstag an (siehe Bild 3), so können wir feststellen, das nach aktuellem Stand eher Tiefdruckeinfluss, der im Normalfall auch mit Frontensystemen und dazugehörigen Niederschlägen verbunden ist, dominiert. Nur 2 Cluster mit je 9 und 4 Modelläufen bleiben bei dominanterem Hochdruckeinfluss und sind mit Vorsicht zu genießen. Auch die Ensemble-Mitteltemperatur in knapp 1500 Metern Höhe verrät, dass sich die Wetterlage insgesamt eher „zonalisiert“, was nicht mehr bedeutet als dass sich wieder für unsere Breiten typisches Wetter mit Tiefdruckgebieten, die von West nach Ost durchziehen, einstellen könnte. Erkennen kann man dies auch als Laie daran, dass die Isothermen, also Linien gleicher Temperatur auf den Wetterkarten eher wieder waagerecht verlaufen (siehe Bild 4).

    Somit bleibt zusammenfassend zu sagen, dass es für den Mai in diesem Jahr sehr schwer sein wird, den April in Sachen Sonne und Wärme zu übertreffen, da dieser in Rekordmanier vorgelegt hat.  Im Moment sieht es laut ECMWF nach einem insgesamt etwas zu warmen, aber auch leicht wechselhaften Monat aus. Das Ensemblemittel des amerikanische Model GFS sieht die Sache hingegen völlig anders und rechnet bis auf den kurzen Knick zu Beginn der kommenden Woche eine stabile Hochdrucklage, bei der die extreme Trockenheit im Nordosten weiter anhalten dürfte und bereits zu massiven Ernteeinbußen im kommenden Sommer führen könnte.  Für den Durchschnittsbürger würde dieses Szenario allerdings genau den „Wonnemonat“ Mai bedeuten.

    Somit ist also noch nichts klar entschieden, tendenziell ist die etwas wechselhaftere Variante aus heutiger Sicht wahrscheinlicher als eine derart lang anhaltende Trockenheit, wie sie in Nordostdeutschland im April anzutreffen war.

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    Von: Gregor Neubarth