ERNESTO erreicht Mexiko

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    (1) Mit Sturm in Orkanstärke sorgen die Stürme ERNESTO in Mexiko und HAIKUI in China für Gefahr von weiträumigen Überschwemmungen, Erdrutschen und Sturmfluten (Foto: www.paphotos.com)

    (2) Infrarot-Satellitenbild des Hurrikans ERNESTO kurz vor seinem Landgang am heutigen 08.08.12 um 5 Uhr MESZ

    (3) Historie und 3-Tage-Zugbahn Vorhersage von unserer Hurrikan und Taifun-Seite

    (4) Satellitenbild im sichtbaren Bereich vom ex-Taifun HAIKUI, ebenfalls vom 08.08.12, 05:00 Uhr MESZ

    (5) Die ersten kräftigen Regengüsse erreichten am gestrigen Abend unserer Zeit die Ostküste Chinas (12-std. Regenmenge in mm bis 07.08.12, 20 Uhr MESZ)

  • ERNESTO erreicht Mexiko
    08.08.2012 05:06

    Das Zentrum des zum Hurrikan erstarkten Tropensturmes ERNESTO hat am frühen Mittwochmorgen unserer Zeit die mexikanische Halbinsel Yucatán erreicht. Mit Sturm in Orkanstärke und enormen Regenmengen ergibt sich eine enorme Unwettergefahr. Auch im Südosten Chinas mussten Menschen in Sicherheit gebracht werden, dort zieht noch der ex-Taifun HAIKUI über Land.

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    1. Hurrikan ERNESTO
    Am ersten August formierten sich über den tropischen Gewässern Schauer und Gewitter um ein gemeinsames Zentrum. Zunächst noch nicht allzu organisiert zog dieses Tiefdruckgebiet in das Karibische Meer. Über diesem konnte sich dann eine so genannte Tropische Depression herausbilden, die sich wenige Tage später zum Tropischen Sturm verstärken konnte und daher vom Nation Hurricane Center den Namen Ernesto bekam. In unserer folgenden Animation aus Satellitenbildern kann man die "Lebensgeschichte" von ERNESTO nachvollziehen:


    Animation aus Satellitenbildern vom 05. bis 07.08.2012: Hurrikan ERNESTO entsteht über dem Karibischen Meer

    Am heutigen Morgen um etwa 5:15 Uhr unserer Zeit erreichte das Zentrum von ERNESTO die Ostküste der mexikanischen Halbinsel Yucatán (Abb. 2). Kurz zuvor wurden ausreichende Windgeschwindigkeiten von im Mittel 140 km/h erreicht, dass ERNESTO zu einem Hurrikan der Stufe 1 auf der 5-stufigen Saffir-Simpson Skala heraufgestuft wurde, auf aktuellen Satellitenbildern ist auch zu erkennen, dass sich kurz vor diesem so genannten Landgang das charakteristische Auge im Zentrum bildete.

    Mit diesen zerstörerischen Winden wird nun der Hurrikan über die Halbinsel hinweg in den Golf von Mexiko ziehen und nachfolgend auf die Ostküste des mexikanischen Festlandes treffen. Dabei herrscht sehr hohe Gefahr, die vor allem vom Wasser ausgeht: Extreme Regenmengen von lokal 300 mm werden für die Halbinsel Yucatán, Belize, den Norden von Honduras und dem nördlichen Guatemala erwartet, wobei es zu lebensbedrohlichen Erdrutschen kommen kann. Zudem besteht eine hohe Gefahr durch Sturmfluten, auch entlang des südlichen Teils der mexikanischen Golfküste, wo der Tropensturm in der Nacht von Freitag auf Samstag erwartet wird (Abb. 3).

    2. T.S. HAIKUI: Dritter Tropensturm in kurzer Zeit für China
    Besonders schwer trifft es derzeit den Südosten Asiens. Nach SOALA und DAMREY, die innerhalb von nur einer Woche über das Land zogen und teilweise auch noch für Überflutungen durch Starkregen sorgen, hat mittlerweile der ehemalige Taifun HAIKUI die Ostküste Chinas südlich von Shanghai erreicht (Abb. 4 und 5). Vor der Ankunft dieses Tropensturmes wurden 600.000 Menschen in der betroffenen Küstenregion in Sicherheit gebracht.

    Zwar erreicht der stärkste Wind im Mittel "nur" Windstärke 11 (ca. 111 km/h), jedoch zieht HAIKUI immer langsamer nordwestwärts über das Land, heute mit 17 km/h, übermorgen nur noch mit 5 km/h. Dadurch summieren sich enorme Regenmengen, die auf den ohnehin bereits oft gesättigten Boden fallen und die Überflutungs- und Erdrutschgefahr damit sehr hoch werden lassen.


    Fernsehbericht über die Lage in China (engl.)

    Die bereits durch SAOLA und DAMREY gefallenen, extremen Niederschlagssummen im Südosten Asiens sind dabei beachtlich: östlich von Taipei, Taiwan wurden durch die Tropenstürme innerhalb von einer Woche über 2.000 mm Niederschlag registriert, also drei Mal so viel, wie in Berlin normalerweise im ganzen Jahr zusammenkommt.

    Von: Frank Abel