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Neuschnee!01.12.2009 05:48
Tief Ohm, Teil des großräumig steuernden Nordmeertiefs Max, brachte dem Alpenraum nicht nur Föhn mit Orkangeschwindigkeiten (siehe Abbildung 5), sondern vor allem in den südlichen Westalpen heftige Schneefälle.
Regen und Schnee
Die Modelle waren sich seit Tagen einig, dass sich das Tief im südlichen Alpenraum etabliert und mitunter heftige Niederschläge mit sich bringen wird. So kam es auch. Am Sonntag verstärkten sich im südlichen Tessin die Regenfälle und dehnten sich im weiteren Verlauf weiter nach Norden aus. Zuerst somit am schweizerischen Alpenhauptkamm, später folgte der Regen nördlich davon in Richtung Jura und Bodensee. Bis Montag Morgen wurden in 24 Stunden im Tessin bis 85 Liter pro Quadratmeter gemessen, örtlich höhere Mengen dabei nicht ausgeschlossen. Auch nicht vergessen werden darf, dass die Schneefallgrenze vom Sonntag auf Montag stückweise sank, dabei bis auf 450 Meter. Am Montagabend (Abbildung 6) wurden im Bezirk Leventina im Tessin bis 40 Zentimeter Neuschnee gemessen, am Dienstagmorgen (Abbildung 7) bis 80 Zentimeter in Grimsel auf 1962 Meter. Aber dort wo am meisten Schnee fiel, wurde von den offiziellen Stationen nicht erfasst.
Schwerpunkt Graubünden
Abbildung 8 zeigt die ins Modell eingegangenen Neuschneemengen. Schwerpunkt war dabei klar in Graubünden mit Mengen über 150 Zentimeter in 24 Stunden. In der Schweiz wurden auch weitläufige Behinderungen gemeldet. Dabei wurden auf der A2 die Lastwägen in Warteräume verwiesen, die Zufahrt zum Gotthard-Straßentunnel war komplett gesperrt. Besonders im Tessin kam der Verkehr zum Teil ganz zum Erliegen. Das Engadin war zeitweise komplett abgeschnitten, ein Regionalzug der MGB wurde von einer Nassschneerutsche erfasst und aus den Gleisen geworfen, Personen wurden aber nur leicht verletzt.
Lawinengefahr!
Für die Lawinengefahr ist es allgemein günstig, wenn die Niederschläge langsam von Schneeregen in Schnee übergehen, da es die Setzung der Schneedecke begünstigt. Allerdings war diese zum Teil zu feucht, was wiederum zu Schneerutschen führt. Zudem waren die Mengen zum großen Teil erheblich, in oberen Lagen kommt desweiteren die Gefahr von Triebschneeansammlungen dazu. Das Lawinenforschungsinstitut in Davos meldet daher Stufe 4, also großer Gefahr insbesondere im Unterengadin, auch spontane Lawinenabgänge sind möglich. Touren erfordern also im Moment viel Erfahrung und vor allem Zurückhaltung.
Erneuter Wintereinbruch bis Weihnachten?
Die weiteren Aussichten sind erneut sehr unsicher. Die Modelle deuten Mitte Dezember erneut eine ähnliche Wetterlage an, allerdings wird der Alpenraum von anderen Modellen auch unter Hochdruckeinfluss gezeigt, wobei eher trockene Abschnitte an der Tagesordnung wären.Von: Alexandra Mittermeier-
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