Auf dünnem Eis

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    (Foto von racka_roadrunner)

    (1) Vergleich der Eisbedeckung auf der Nordhalbkugel an den 10. Februaren der Jahre 2008, 2004 und 2000 (Quelle siehe Text)

    (2) Aktuelles Satellitenfoto mit Eisbedeckung vom 11.02.08 (Quelle: The Cryosphere Today)

    (3) Ausdehnung der Eisfläche in der Hudson Bay (schwarz) und Abweichung vom langjährigen Mittel (rot) (Cryosphere Today)

    (4) Ausdehnung der Eisfläche in der Barentssee (schwarz) und Abweichung vom langjährigen Mittel (rot) (Cryosphere Today)

    (5) Ausdehnung der Eisfläche in der Karasee (schwarz) und Abweichung vom langjährigen Mittel (rot) (Cryosphere Today)

    (6) Aktuelle Eissituation im Bottnischen und Finnischen Meerbusen (grau = Eis, FIMR)

    (7) Normalsituation im Bottnischen und Finnischen Meerbusen (FIMR)

    (8) Ausdehnung der Eisfläche zwischen Neufundland und Baffin Bucht (schwarz) und Abweichung vom langjährigen Mittel (rot) (Cryosphere Today)

    (9) Jahresmittelwerte 1900 bis 2003 (relativ zum Mittel der Jahre 1961-1990) der bodennahen Lufttemperatur in der Arktis (60-90° N). Die grüne Kurve zeigt das gleitende 10-Jahresmittel an. (HBS, aus Arctic Climate Impact Assessment)

  • Auf dünnem Eis
    12.02.2008 08:03

    Nimmt man das Mittel der Eisbedeckung im Nordhalbkugel-Winter, so ist es für die Kanadier an der Hudson-Bay völlig normal, bis etwa April auf eine geschlossene Eisdecke zu schauen. Dies sieht in diesem Jahr anders aus. Im südlichen Teil gibt es ein großes eisfreies Gebiet. So groß, dass es vom Satelliten aus zu erkennen ist (Abb. 1, linkes Bild, rosa-farbener Bereich, Landflächen der Nordhalbkugel sind in schwarz dargestellt).

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    Dünnes Eis

    Aber nicht nur die eisfreien Bereiche sind hier interessant. Betrachtet man Abb. 1 oder auch Abb. 2 einmal genauer und sieht sich die Farbschattierungen an, so ist es nicht einmal die Eisfläche selbst, die Aufmerksamkeit erregt. Gerade im Bereich der Hudson-Bay erkennt man, dass die Eisdicke von 92-98% gebietsweise auf 78-84% geschrumpft ist. Das Eis wird also dünner, auch wenn die Ausdehnung der Eisfläche zurzeit im Bereich des Normalen liegt (Abb. 3).

    Wenig Eis

    Man muss aber gar nicht so weit reisen, um den Eismangel zu bemerken. Viel zu wenig Eis trifft man momentan in der Barentssee an, auch "Eislöcher" in der Karasee (Abb. 2 und 5) sind im Februar extrem selten.

    Und wir gehen noch etwas näher: auch die Ostsee bietet quasi kaum noch Eisflächen. Selbst in nördlichen Teil, im Bottnischen und Finnischen Meerbusen, ist das Eis quasi nur noch in Küstennähe anzutreffen. Dies wird deutlich in einem Vergleich der Abb. 6 und 7, wobei Abb. 6 die momentane Situation und Abb. 7 die Normalsituation darstellt.

    Klimawandel oder nicht?

    Diese Frage kann natürlich auf Grund eines einzelnen Jahres nicht beantwortet werden. Die Abweichungen sind momentan noch nicht extrem genug, um definitive Antworten geben zu können. Immerhin gibt es auch Regionen, in denen die Eisbedeckung übernormal ausfällt, so zum Beispiel im Bereich zwischen der Baffin Bay bei Grönland und Neufundland (Abb. 8).

    Fest steht indes, dass die Mitteltemperatur der gesamten Arktis in den letzten 40 Jahren um 0,4°C pro Jahrzehnt angestiegen ist (Abb. 9).

     

    Quellen und weiterführende Informationen:

    • Cryosphere Today, University of Illinois, Link
    • Arctic Ice Concentration Maps von Alastair McDonald, Link
    • Finnish Institute of Marine Research, Link
    • Hamburger Bildungsserver, Veränderungen der Kryosphäre, Dieter Kasang, Link

    Von: Frank Abel