Erneut Unwettergefahr

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    Abb. 1) Wetterlage am Wochenende: Eine Südwestströmung beeinflusst Mitteleuropa.

    Abb. 2) Temperaturverteilung in etwa 1500 m Höhe am Sonntag.

    Abb. 3) Temperaturverteilung in etwa 5000 m Höhe am Sonntag.

    Abb. 4) Luftfeuchte am Sonntagabend über Deutschland.

    Abb. 5) Windgeschwindigkeit in etwa 3000 m Höhe am Sonntag.

  • Erneut Unwettergefahr
    04.08.2012 06:55

    In den letzten Tagen gab es in Deutschland nur einzelne, dann aber lokal sehr heftige Gewitter. Am vergangenen Donnerstag führte ein solches Gewitter beispielsweise zu Schäden durch großkörnigen Hagel im Berliner Raum.

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    Ein Blick auf die aktuelle Wetterlage in Abb. 1 zeigt wie bereits seit über einer Woche eine Südwestströmung über Europa, mit der warme Luftmassen nach Nordosten transportiert werden. Dabei herrschen in Deutschland vor allem am Sonntag Bedingungen, die die Bildung intensiver Gewitter begünstigen.

    1. Große vertikale Temperaturabnahme

    Abbildunen 2 und 3 zeigen die Temperaturverteilung über Europa am Sonntagmittag in zwei unterschiedlichen Druckniveaus, entsprechend Höhen von etwa 1500 Metern und 5000 Metern. Es fällt auf, dass von Süden her warme Luftmassen mit teils mehr als 15°C in 1500 Metern bis nach Süddeutschland strömen. Gleichtzeitig zeigt die Temperaturkarte für 5000 Meter Höhe, dass es auf der Vorderseite des Tiefs recht kalt ist. Über Deutschland erreicht der Temperaturunterschied auf 3500 Meter Höhendifferenz etwa 25 Grad. Dies ist eine Voraussetzung, dass eventuelle Gewitterwolken bis in große Höhen wachsen können.

    2. Genügend bodennahe Feuchte

    Abbildung 4 zeigt die Verteilung der bodennahen Feuchte über Deutschland am Sonntagabend. Vor allem im Südosten wird eine hohe Luftfeuchttigkeit erwartet, der Taupunkt kann örtlich über 20°C steigen. Die Kombination von bodennaher Feuchte und genügend starker Temperaturabnahme mit der Höhe erzeugt in der Atmosphäre einen instabilen Zustand, wenn die Feuchtigkeit in Wolken kondensiert. Die frei werdende Kondensationswärme wärmt die Wolkenluft, die in der mit zunehmender Höhe rasch kälter werdenden Umgebungsluft Auftrieb bekommt und beschleunigt aufsteigt, so dass sich Schauer und Gewitterwolken bilden können.


    Kommt es nun entlang einer schwachen Front oder über einem Berg zur Bildung von Quellwolken, können sich diese zu Gewittern entwickeln. Da der Wind mit der Höhe kräftig zunimmt und bereits in etwa 3 km Höhe um 70 km/h erreicht (Abb. 5) sind die Bedingungen für sehr intensive Gewitter gegeben. Lokal können großer Hagel, Sturm und intensiver Regen auftreten. Außerdem sind Tornados nicht ausgeschlossen.

    In der neuen Woche schwächt sich die Südwestströmung über Deutschland ab. Damit sinkt die Unwettergefahr allmählich.

    Von: Christoph Gatzen