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Dürre in Teilen Deutschlands?15.08.2009 04:57
In weiten Teilen Deutschlands freuen sich viele Menschen über das zum Teil sehr schöne Sommerwetter, jedoch birgt dies auch Gefahren wie zum Beispiel eine hohe Waldbrandgefahr. Im Folgenden werfen wir daher mit der Frage, ob es so trocken weitergeht, einen Blick in die zweite Augusthälfte.
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Der halbe August ist vorbei und zunächst konstatieren wir, dass vor allem in der Südhälfte einige Orte ihr bisheriges Niederschlagssoll erreicht oder sogar überschritten haben, so zum Beispiel Öhringen mit 79 oder Stuttgart/Echterdingen mit 70% des normal üblichen Monatsniederschlags. In der Nordhälfte sieht hingegen ganz anders aus. Zwar gibt es vereinzelte Ausreißer wie zum Beispiel Doberlug/Kirchhain, wo mit bisher 68 mm bereits mehr Niederschlag gefallen ist, als für den gesamten August üblich, dies liegt allerdings daran, dass dort teils kräftige Schauer und Gewitter, die lokal begrenzt ausfallen, die Wetterstation mehrmals trafen. Schauen wir zum Vergleich nur etwas weiter nach Osten, so stellen wir in Cottbus fest, dass dort lediglich 14 mm niedergegangen sind, was dort gerade einmal 20% des Monatsniederschlags entspricht. Noch deutlich niedrigere Werte finden wir beispielsweise in Bremen, dort fielen mit bisher lediglich 1,2 mm gerade einmal 2% des Augustsolls. Ähnliche Werte finden wir auch im Raum Hannover, ebenfalls sehr trocken blieb es im Berliner Raum, wo teils nur 6% der für August üblichen Niederschlagsmenge herniedergegangen sind. Diese Verteilung wird insgesamt recht gut deutlich wenn man sich Bild 1 anschaut, auf dem die aktuelle Waldbrandgefahr abgebildet ist.
Wie geht es nun weiter? Dass es im Sommer mal eine oder auch zwei Wochen nicht regnet, ist in unseren Gefilden nicht völlig außergewöhnlich, von Dürre zu sprechen somit noch verfrüht. Doch die aktuellen Wettermodelle lassen nichts Gutes erahnen. In Bild 2 ist die aufsummierte Niederschlagssumme des EZMWF für die nächsten 7 Tage abgebildet und schnell wird deutlich, dass es vor allem in der Osthälfte aller Voraussicht nach nicht viel regnen wird, was durch die Ensemble-Vorhersage für Berlin in Bild 3 untermauert wird. Verantwortlich dafür ist ein Hochdruckkeil, der bis nach Skandinavien heraufreicht und auch auf der Bodenkarte gut zu sehen ist, so wie in Bild 4, in welchem die Bodendruckverteilung für den kommenden Mittwoch dargestellt ist. Dort ist gleichwohl zu sehen, dass über dem Nordatlantik ein kräftiges Tief das Wetter bestimmt und darauf muss zum kommenden Wochenende hin ein Auge geworfen werden, denn es deutet sich eine Umstellung der Wetterlage an, wie auch an den Wahrscheinlichkeitsbalken für den Niederschlag in der Ensembleprognose ablesen lässt. Dabei würde sich dann das steuernde Tief etwas nach Osten verlagern und eventuell auch Ausläufer bis nach Mitteleuropa an Einfluss gewinnen lassen, allerdings ist dies noch mit einiger Vorsicht zu genießen, denn derartige Blockierungen über Europa neigen häufig zu einer längeren Erhaltung.
Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass durchaus ein längerer sommerlicher und weitgehend trockener Witterungsabschnitt im Rahmen des Möglichen liegt und vor allem in den Regionen, in denen es bisher im August fast noch gar nicht geregnet hat, insbesondere in der Osthälfte, ein deutlich zu trockener gesamter Monat zu erwarten ist. Unter Umständen ist in Kürze auch der Begriff Dürre nicht mehr übertrieben, einhergehend mit großer Waldbrandgefahr und negativen Folgen für die Landwirtschaft.
Von: Gregor Neubarth
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