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Unwetter in NRW27.07.2008 04:24
Am gestrigen Samstag kam es insbesondere im Süden und Westen Deutschlands zu heftigen Gewittern mit lokalen Überschwemmungen und Hagelschlag.
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Wie kam es dazu?
Abbildung 1 zeigt die Wetterlage vom Samstag: Über Skandinavien lag Hoch VOLKER. An seiner Südflanke wurde schwülwarme Luft nach Westen geführt. Abbildung 2 zeigt die Taupunkte (ein Feuchtemaß der Luft) von Samstag Nachmittag: Örtlich betragen diese 23°C, dies sind sehr hohe Werte für Mitteleuropa.
Gleichzeitig gab es eine schwache Tiefdruckrinne, die von England über Westdeutschland bis in die Schweiz reichte. In der Karte erkennt man dies an der gefiederten Linie. An dieser Tiefdruckrinne wird die Luft zum Austeigen gezwungen. Abbildung 3 zeigt die Vertikalbewegung der Luft am späten Samstag Nachmittag, je roter desto stärker (aus unseren Profikarten): Man erkennt über NRW und in Baden-Württemberg die stärksten Aufwärtsbewegungen.
Warme, und extrem feuchte, also sehr energiereiche Luft, die zum Aufsteigen gezwungen wird, sind die Zutaten für Gewitter.
Wie sieht die Bilanz aus?
Abbildung 4 zeigt ein Satellitenbild der Unwetter von Samstag Nachmittag. Man erkennt mehrere größere Gewittercluster über NRW und Hessen. Wie Abbildung 5 zeigt wurde die höchste Niederschlagsmenge dabei in Monschau nahe der Grenze zu den Niederlanden mit beachtlichen 92 Litern pro Quadrameter registriert, 86 Liter vielen dabei innerhalb von nur 2 Stunden! Das ist mehr als normalerweise in einem ganzen Monat hier fällt.
Auch im Raum Dortmund, wo wegen Starkregen ein Freundschaftsspiel zwischen Borussia Dortmund und Juventus Turin abgesagt werden musste, wurden ähnliche Mengen registriert. Und auch in Rheinland-Pfalz gab es noch beachtliche 69 Liter (Manderscheid).
Auch Hagel und Sturmböen wurden registriert, allerdings keine schweren Sturmböen oberhalb 90 km/h. Falls Sie wissen wollen, ob an ihrem Ort Sturmböen (oberhalb 75 km/h) aufgetreten sind, können Sie dies übrigens von unseren Meteorologen begutachten lassen.
Update (27.7.08, 17:27, Schulze): Die Wassermassen verwandelten auch kleinere Flüsse in reißende Ströme. Das Video zeigt die Emscher, deren Pegel innerhalb kurzer Zeit nach oben schnellte.
Von: Marco Radke-Fretz
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