Falsche Meeresströmung

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  • Falsche Meeresströmung
    17.05.2009 04:46

    In den Ozeanen gibt es ein "Globales Förderband", ein Verbund von Meeresströmungen, das alle Meere verbindet (siehe Abbildung 1). Zu diesem Förderband gehört an der Oberfläche des Atlantiks auch der warme Golfstrom, der von der nordamerikanischen Ostküste bis ins Nordmeer westlich von Norwegen fließt (siehe Abbildung 2).

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    Ein Teil des Golfstroms zweigt südlich von Island nach Westen ab in die Labradorsee zwischen Grönland und Neufundland. Dort kühlt sich das Wasser stark ab und sinkt in tiefere Schichten. Bisher nahm man an, dass das abgesunkene kalte Wasser mit einer Tiefenströmung entlangder nordamerikanischen Küste strömt.

    Forscher der amerikanischen Duke University haben jedoch nun herausgefunden, dass dies offenbar gar nicht der Fall ist. In den Jahren 2003 bis 2006 wurden südlich der Labradorsee 76 Spezialbojen ausgebraucht. Diese Bojen können für längere Zeit in 700 bis 1500 m Tiefe schwimmen und spezielle seismische niederfrequente Signale zur Posititionsübermittlung aussenden, ohne dass sie auftauchen müssen.

    Bei früheren solcher Bojen-Experimente gab es immer das Problem, dass die Bojen regelmäßig an die Oberfläche schwimmen mussten, um ihre Position zu übermitteln. Dies führte dann dazu, dass sie in den Golfstrom gerieten und nach Osten abtrieben. Diese Ablenkung musste dann herausgerechnet werden.

    Die Forscher fanden heraus, dass nur 8 Prozent der Bojen den erwarteten Weg entlang der Küste nahmen. Beachtliche 75 Prozent der Bojen wurden auch in der Tiefe nach Osten "abgetrieben". Bei 8 Prozent kann kaum noch von einer dominanten Unterwasserströmung die Rede sein, vielmehr gibt es wohl zahlreiche kleinere Strömungen, die das Tiefenwasser vom Norden nach Süden in subtropische Regionen befördert. Dies macht jedoch eine Überwachung der Meeresströmungen auf Veränderungen durch den Klimawandel extrem schwierig.

    Von: Marco Radke-Fretz