Winter am Baikalsee

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  • Winter am Baikalsee
    19.09.2009 04:56

    Am Wochenende sorgt ein kräftiger Tiefdruckwirbel in Burjatien sowie in der Mongolei für ein erstes winterliches Intermezzo, das selbst für die Region um den Baikalsee ungewöhnlich ist.

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    Am Samstag um 0 Uhr UTC (entspricht in Irkutsk 9 Uhr Ortszeit) meldeten die Wetterstationen in der Umgebung mäßigen Schneefall bei Temperaturen um die Null Grad. Durch die hohen Niederschlagsmengen in der Nacht hat sich schon eine bemerkenswerte Schneedecke gebildet. So meldete die russische Wetterstation Kjahta (ca. 800 Meter über dem Meer) 19 cm bei frostigen -0,9 °C, in Ulan-Ude (515 Meter) waren es 8 cm bei 0,3 °C. Selbst in Irktusk direkt am Baikalsee (494 Meter) lag eine geschlossene Schneedecke von 5 cm bei einer Temperatur um den Gefrierpunkt. 

    Der Grund für diesen Wintereinbruch im kalendarischen Sommer ist ein außergewöhnlich starkes Tiefdruckgebiet, welches mit kalter Luft aus dem Norden Asiens nach Süden gezogen ist. Beeindruckend ist auch der rasche Luftmassenwechsel: Gestern herrschten auf der Vorderseite des Tiefruckwirbels in 850 hPa noch Temperaturen von über 20 °C, heute kam es auf der Rückseite zu einem massiven Temperatursturz auf -5 °C. Auch in der Höhenwetterkarte ist dieses Kaltluftgebilde deutlich zu erkennen. Ein zweites Höhentief ist zur Zeit weiter im Norden Sibiriens unterwegs, wird aber ostwärts ziehen und die Region nicht streifen.

    Zu Beginn der neuen Woche dürfte der gefallene Schnee in Irkutsk jedoch rasch wieder schmelzen, denn das Wetter beruhigt sich und bei Höchstwerten von über 10 °C scheint zeitweise die Sonne. Nur nachts kann es bei Aufklaren weiterhin Frost geben. Bis es bei uns in Mitteleuropa den ersten heftigen Wintereinbruch bis in tiefe Lagen gibt, wird es noch eine Weile dauern. Frühestens im November ist eine geschlossene Schneedecke im Norddeutschen Tiefland möglich, in mittleren Berglagen kann es aber schon im Oktober die ersten Flocken geben.

     

    Von: Karsten Kürbis