Deutschland. Ein Wintermärchen.

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  • Deutschland. Ein Wintermärchen.
    08.01.2010 12:08

    Nachdem in letzter Zeit oft diskutiert wurde, ob Deutschland überhaupt noch richtige Winter erleben könne, bekommen wir nun vom Wetter eine Demonstration dessen, was auch in Zeiten des Klimawandels möglich ist. Nach der ersten Kältewelle, die um den 20. Dezember herum mit Tiefstwerten von -20°C und weniger ihre ersten Spuren hinterließ, News vom 19.12.2009, folgte im Süden des Landes eine deutliche Milderung, der Norden blieb weitgehend im kühlen Temperaturbereich. Über der Mitte etablierte sich eine Luftmassengrenze, die zwischen Weihnachten und Silvester im Norden Schnee, in der Mitte teils gefrierenden Regen und im Süden durchweg Regen brachte. Zum Beginn des neuen Jahres setzte sich die Kälte auch in der Südhälfte wieder fest, gelegentlich kam es zu meist nur leichten Schneefällen.

    Schneeverteilung:
    Auf Bild 2 sind die Schneehöhen von heute Morgen, 7 Uhr, zu sehen. Bis auf wenige grüne Flecken vor allem am Oberrhein oder entlang der Donau sind im Süden des Landes derzeit in tieferen Lagen meist zwischen 1 und 10cm Gesamtschneehöhe zu finden, auch auf den Bergen ist die Lage derzeit noch recht entspannt. In einem breiten Streifen vom Erzgebirge bis Berlin über Sachsen-Anhalt und die Südhälfte Niedersachsens hinweg bis zum Emsland liegen verbreitet 10 bis 20cm Schnee, stellenweise sind auch schon um 25cm vorhanden. Nördlich davon ist die Schneedecke sehr durchwachsen, neben nur 1 cm in Quickborn sind auch über 30cm an jenen Stellen vorhanden, die in letzter Zeit häufig von Schneeschauern erfasst worden sind. Am Kap Arkona auf Rügen liegen momentan 31 cm gesamt, davon sind allein 29cm in den letzten 24 Stunden gefallen. Das verdeutlicht das Potential dieser meist sehr eng begrenzten Schauerstraßen.

    Momentane Lage:
    Derzeit ist ein erstes Schneefallgebiet in der Südhälfte unterwegs, dabei schneit es meist mit leichter bis mäßiger Intensität. Die Mengen von 10 bis 11 Uhr von heute sind auf Bild 3 dargestellt. Das Problem dabei ist jedoch, dass der Schnee in den Niederschlagsmessgeräten erst geschmolzen werden muss. Dabei verdunstet ein Teil, so dass in der Realität meist mehr fällt, als gemessen wird. Auch von der Ostsee her ziehen teils kräftige Schauer noch weiterhin landeinwärts von Ost-Nordost nach West-Südwest.

    Ausblick:
    Das Schneefallgebiet breitet sich weiter nach Norden aus und erreicht zum Abend in etwa eine Linie Lausitz-Harz-Pfalz, vor allem im Stau des Erzgebirges werden zeitweise stärkere Intensitäten erreicht. In Verbindung mit dem deutlich auffrischenden Wind sind dann nicht nur, aber besonders in höheren Lagen teils starke Schneeverwehungen möglich, die Straßen werden vielerorts hochwinterliche Bedingungen bieten.
    In der Nacht zum Samstag werden auch die Gebiete nördlich davon bis etwa zu einer Linie Münsterland-Wendland-Oderbruch erfasst. Der Schneefallschwerpunkt liegt dann im Nordstau von Erzgebirge und Thüringer Wald. Im Laufe des Samstags lässt der Niederschlag südlich des Mains deutlich nach, während es im Norden zeitweise munter weiter schneien wird. Nur die küstennahen Gebiete werden nicht flächendeckend eingezuckert, dort kann es stellenweise aber noch ein paar Schneeschauer geben.
    In der Nacht zum Sonntag ist dann auch wieder in der Südhälfte mit vermehrten Schneefällen zu rechnen, die erst im Laufe des Sonntags wieder nachlassen. Tief Daisy zieht sich dann allmählich nach Osteuropa zurück und das Wetter beruhigt sich. Bis auf letzten leichten Flockenwirbel in der Osthälfte bleibt es am Montag schon weiträumig trocken. Sowohl von Norden als auch von Südwesten her kommt wird setzt sich die Wetterbesserung mit etwas Sonnenschein durch.

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    Von: Andreas Blei