Unwetter in Osteuropa?

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  • Unwetter in Osteuropa?
    12.02.2009 09:45

    Das nun abgezogene Orkantief Quinten beeinflusst nicht nur unser Wetter, die Konsequenzen sind auch bis weit in den Mittelmeerraum zu spüren. Denn auf der Rückseite dieses Tiefs dringt nun die Kaltluft weiter südlich vor, mit entsprechender Unwettergefahr.

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    Darauf deutet auch der so genannte Extreme Forecast Index des Europäischen Modells hin, ein Indikator für markante Wetterereignisse (Abb. 1). Die Unwetterneigung entsteht im Grenzbereich zwischen der milden subtropischen und der polaren Luft. In der Höhe macht sich diese Grenze durch ein Starkwindband bemerkbar, genannt Jetstream, der im Bereich des Kaltluftvorstoßes, genannt Trog, sehr weit südwärts ausgelenkt ist (Abb. 2).

    Bewegung an der Luftmassengrenze
    Am Boden erkennen wir auf der Frontenkarte in (Abb. 3) eine langestreckte, gewellte Linie, die vom Ostatlantik über die Pyrenäen bis nach Sizilien reicht. Diese Frontalwelle bewegt sich nun mit der Höhenströmung um den Trog herum und arbeitet sich schließlich von Südwesten im Laufe des heutigen Tages in die Ägäis vor (Abb. 4). Sie bringt denn ohnehin schon dort vorhandenen Tiefdrucksystemen weitere Feuchtigkeit.

    Dadurch, dass die kalte Luft in mittleren und großen Höhen weiter ostwärts vorankommt (Abb. 5), gibt es einen steigenden Temperaturgegensatz zwischen dem recht milden Wasser des Mittelmeers und der darüber befindlichen feuchten Luft.

    Gewitter, Wasserhosen, Starkregen
    Dies begünstigt die Neigung zu kräftigen schauerartigen Niederschlägen, die zum Teil von kräftigen Gewittern durchsetzt sind. Dabei können auch Sturmböen auftreten (Abb. 6). Durch die gleichzeitig damit verbundene Drehung des Windes mit Ankunft der kälteren Höhenluft in den unteren Luftschichten können sich dabei auch einzelne Wasserhosen bilden.

    Dementsprechend warnwürdig sieht es bei den Prognosen der Niederschläge für den 13.02.2009 in diesem Bereich aus: Besonders rund um das Ägäische Meer sind Niederschlagsmengen von über 50 Liter pro Quadratmeter zumindest denkbar (Abb. 7).

    Viel Neuschnee
    Während die feuchte Luft dabei gegen den Uhrzeigersinn um das Balkantief Siegfried herumgeführt wird, trifft es nördlich des Zentrums auf kältere Luft, wobei die Niederschläge hier als Schnee niedergehen. Die zweite Folge dieses Kaltluftvorstoßes ist also teils kräftiger Schneefall mit Schwerpunkt bei den Karpaten, wo das europäische Vorhersagemodell immerhin bis zu 26 cm Neuschnee in 24 Stunden vorhersagt (Abb. 8). Man kann aber davon ausgehen, dass örtlich durch Staueffekte noch höhere Mengen zu erwarten sind.

     

    Von: Frank Abel