Schnee im Flachland!

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  • Schnee im Flachland!
    04.11.2009 08:27

    Deutschland wird von einer Luftmassengrenze in einen kalten Nordosten und recht milden Südwesten geteilt, dabei wird sich im Zuge einer Front von Tief „Cassen“ vor allem in Teilen Mecklenburg-Vorpommerns vorübergehend eine Schneedecke im Flachland ausbilden können.

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    Schauen wir uns zunächst die Wetterlage etwas genauer an: Wie man in Abbildung 1 erkennen kann, ist momentan ein umfangreiches Tiefdruckgebiet namens „Cassen“ in weiten Teilen West- und Mitteleuropas wetterbestimmend. Dabei wird vom Atlantik her mildere Luft herantransportiert, stößt allerdings auf ihrem Weg zu uns nach Deutschland auf Widerstand des über Westrussland gelegenen Hochdruckgebietes „Antonia“, welches vor allem nordöstlich der Elbe mit eisig angefühltem Ostwind dagegen hält. Dabei sieht man in Abbildung 2 sehr schön anhand der Taupunkte, dass insbesondere in Mecklenburg-Vorpommern heute Mittag bodennah noch die kältere Luft regiert.

    Auch in Abbildung 3 wird sehr deutlich, was im Tagesverlauf passiert. Die Frontensysteme von Tief „Cassen“ wandern aufgrund des Hochs „Antonia“ nur recht langsam nordostwärts voran, dabei treffen sie in den unteren Schichten auf die kältere Luft, sodass die Niederschläge zum Teil bis ins Flachland in Schneeregen und nassen Schnee übergehen werden. Dies ist insbesondere in Vorpommern der Fall, da sich dort bodennah die kalte Luft am längsten halten kann. An den prognostizierten Temperaturen für heute Mittag 13 Uhr lässt sich die Grenze der Luftmassen ebenfalls sehr gut erkennen. Auf der rechten Karte ist der vorherrschende Wetterzustand am Nachmittag zu sehen und die vom ECMWF vorhergesagte Niederschlagssumme des heutigen Tages. Es sind dabei zum Teil Mengen von über 10 Liter pro Quadratmeter zu erwarten und dies wird im äußersten Nordosten Deutschlands zur ersten vorübergehenden Schneedecke des Winters 2009/2010 führen.

    In Abbildung 4 erkennen wir die prognostizierten Schneehöhen von ECMWF und Multi-Model-MOS für den heutigen Abend. Dabei sind in Nord- und Ostvorpommern durchaus bis zu 5 cm möglich, wer also noch keine Winterreifen aufgezogen hat, sollte insbesondere in diesen Regionen aus Sicherheitsgründen möglichst nicht ins Auto steigen. Im weiteren Verlauf setzt sich allerdings von Südwesten her auch dort allmählich die mildere Luft durch und der Schnee im Flachland bleibt nur ein kurzes Intermezzo.

     

    In den kommenden Tagen werden sich die Temperaturen wieder etwas gleichmäßiger in Deutschland verteilen. Sehr mildes oder dauerhaft winterlich kaltes Wetter sind zunächst nicht in Sicht.

    Von: Gregor Neubarth