Noch mehr Regen?

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  • Noch mehr Regen?
    27.09.2007 07:03

     

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    Viel Regen aus dem Südosten

    Nachdem wir am vergangenen Sonntag bereits darauf hingewiesen haben, dass in dieser Woche viel Regen zu erwarten haben, zieht dieser heute von Südosten her nach Deutschland.

    Starkregen, in den Alpen kräftiger Schneefall

    Im Alpenraum und besonders im Bereich der nördlichen Mittelgebirge sind dabei heute, am 27.09. und morgen, am 28.09., teils länger anhaltende und schauerartige Niederschläge zu erwarten. Der Schwerpunkt liegt dabei im Westen (Abb. 1). Im westlichen Alpenraum sinkt dabei zusätzlich die Schneefallgrenze auf 2000 bis 1500 Meter, hier dürften die Flocken kräftig wirbeln (Abb. 2 und 3).

    Faysal, ein Scheusal?

    Auf den Wetterkarten, die im Fernsehen gezeigt werden, erkennt man vor allem das Bodentief Faysal (Abb. 4), das die Regie bei uns übernimmt. Um die wirklichen Ursachen für die kräftigen Regenfälle zu verstehen, genügt es aber nicht, die Vorgänge in Erdbodennähe zu betrachten. Viel wichtiger ist es, auch die Atmosphäre in größerer Höhe unter die Lupe zu nehmen.

    Kalte Luft schnürt sich ab

    Hier haben wir es im Moment mit einem so genannten Abschnürprozess zu tun. Dies wird in den Höhenwetterkarten deutlich. In etwa 5,5 km Höhe sehen wir die Kaltluftzunge von Skandinavien über die Nordsee bis nach Frankreich und in den Mittelmeerraum weisen (Abb. 5). In Abb. 6, der Prognose für 14 Uhr und in Abb. 7 für morgen Früh, 5 Uhr sehen wir, dass der Kontakt zur Kaltluftversorgung nicht mehr vorhanden ist und eine Insel kalter Luft zurückbleibt, die über Norditalien in Richtung Adria wandert. Diese Insel nennt man ein Höhentief.

    Besonders brisant hierbei ist, dass sehr kalte Luft in der Höhe auf das noch warme Mittelmeer trifft. Hier können sich neue Tiefdruckgebiete und teils kräftige Schauer und Gewitter bilden.

    Am gestrigen Vormittag, dem 26.9. zum Beispiel herrschten in Venedig chaotische Zustände, als schwere Unwetter über 100 Liter pro Quadratmeter Regen brachten (Abb. 8). Der ORF berichtet sogar von bis zu 173 Litern pro Quadratmeter. In diesem Video bekommen Sie einen kleinen Eindruck geliefert.

    Unwettergefahr auch in Deutschland?

    Aber nicht nur im Mittelmeerraum, auch in Deutschland muss man sich auf kräftige Niederschläge, teilweise auch Gewitter einstellen. Denn die Tiefs wandern weiter nordwärts, und die mitgeführte warme Luft gleitet auf die kältere, die sich zurzeit bei uns befindet.

    Dabei fällt länger anhaltender Niederschlag, der heute vom Süden Deutschlands in Richtung der Mittelgebirge schwenkt und dann zum Abend nach Norden und Westen eindreht. Nachfolgend muss dann mit kräftigen Schauern und Gewittern gerechnet werden.

    Zusätzlich sorgt ein junges entstehendes Tief heute von den Mittelgebirgen bis zu den Küsten für einen in Böen stürmischen Nordostwind, teils sind auch Sturmböen möglich, der an der Nordseite eines jungen, entstehenden Tiefs den Regen zusätzlich gegen die Mittelgebirgshügel drückt (Abb. 9 und 10).

    Fazit: Wenn es sich auch hier nicht um eine dramatische Unwetterlage handelt, so muss man besonders im Bereich von Eifel, Hunsrück, Taunus und Westerwald örtlich mit über die Ufer tretenden kleineren Bächen und lokalen Überschwemmungen rechnen. Am Sonntag kehrt aber dann wieder Ruhe ein.

     

    Von: Frank Abel