Wie wird Ostern?

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  • (1) Auch der Osterhase weiß noch nicht genau, wie das Wetter wird, hat sich aber schon die Regenjacke eingepackt (Fotoquelle: PA Photos)

    (2) Cluster-Darstellung für Ostersonntag, 500 hPa Isohypsen. Hier erkennt man die möglichen Lagen des Troges, der uns wohl beschäftigen wird (siehe Text, Quelle: MeteoPower)

    (3) Cluster-Darstellung für Ostermontag. Je mehr 'members' in einem Cluster liegen, umso wahrscheinlicher diese Wetterlage (Quelle: MeteoPower)

    (4) Ensembledarstellung der Temperatur, GFS (rot) und ECMWF (blau) gleichzeitig. Insgesamt kühl bis normal, wahrscheinlich zur Wochenmitte mit der kältesten Phase und mit Nachtfrost, über Ostern eventuell etwas milder werdend - alles noch recht unsicher (Quelle: MeteoPower)

    (5) Trocken wird es wohl nicht bleiben, zudem nimmt die Niederschlagswahrscheinlichkeit über Ostern deutlich zu, darin sind sich die Computermodelle GFS und ECMWF einig (Quelle: MeteoPower)

    (6) Windgeschwindigkeiten - auch hier über Ostern wieder leicht zunehmende Tendenz (Quelle: MeteoPower)

  • Wie wird Ostern?
    30.03.2012 06:14

    Wie schon in dieser Woche angekündigt, beschäftigen wir uns auch in den heutigen Wetter News wieder mit neuen Erkenntnissen für das Wetter an den Osterfeiertagen. Wie ist die Lage einzuschätzen?

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    Ruhige Wetterperiode vorbei
    Schaut man sich die Berechnungen der verschiedenen Wettermodelle (vor allem GFS und ECMWF) an, so wird eines ganz klar: Ruhiges Hochdruckwetter sollten wir Ostern 2012 definitiv nicht erwarten. Für detailliertere Prognosen liegt der Vorhersagezeitraum mit über einer Woche allerdings noch zu weit in der Zukunft. Man kann aber mögliche Wetterszenarien und deren Wahrscheinlichkeiten abschätzen. Wir hatten in den letzten News zum Osterwetter ja bereits erklärt, wie das funktioniert.

    Klar ist also, dass Unbeständigkeit als Überschrift über dem Wetter zu Ostern geschrieben steht. Diese rührt von einem Vorstoß kälterer Höhenluft her, welchen man als Trog bezeichnet. Solche Tröge kann man anhand von "U"-förmigen Deformationen in den Linien gleicher Höhe der 500 hPa Fläche erkennen. Ein Trog ist sozusagen der Regisseur der Hoch- und Tiefdruckgebiete am Boden. Denkt man sich eine Achse (= Trogachse), die das "U" längs in der Mitte teilt, so entstehen und verstärken sich östlich davon Tiefs, westlich davon baut sich am Boden Hochdruck auf. Dieses zu wissen ist wichtig für die Einschätzung der nun folgenden Abbildungen.

    Was sagen die Computermodelle?
    In den Abb. 2 und 3 sehen wir in Kacheln sortiert die wahrscheinlichen Lagen des uns beschäftigenden Haupt-Troges am Ostersonntag bzw. Ostermontag. Je mehr Mitglieder (= members) in einer Kachel (einem Cluster) liegen, als umso wahrscheinlicher kann man diese Wetterlage einschätzen. Dabei erkennt man, dass am Ostersonntag 41 von 51 Berechnungen (ca. 80%) Deutschland in dem Bereich des unbeständigsten Wetters in der Mitte (= Trogachse) oder auf der Ostseite (= Trogvorderseite) sehen. Unbeständiges, kühles und nach Norden hin auch windiges Wetter ist also überaus wahrscheinlich. Aber auch die verbleibenden Berechnungen sprechen nicht für ruhiges Wetter.

    Ostermontag sieht es ganz ähnlich aus. Die Drängung der Linien oben rechts in Abb. 3 gibt sogar Hinweise auf ziemlich windiges Wetter nach Norden hin. Nur mit einer Wahrscheinlichkeit von knapp 10% könnte der Ostermontag nach Westen hin ruhiger und wärmer verlaufen. Wie unsicher der Wetterablauf jedoch noch im Detail aussieht, zeigt ein Vergleich des europäischen und amerikanischen Modells.

    Das europäische, das ECMWF-Modell, berechnet dabei ein kleines Randtief, das ab Gründonnerstag über den Norden Deutschlands hinweg zieht. In seinem Bereich gibt es dann kräftigere Niederschläge, und auf seiner Rückseite könnte es dann kurz vor den Feiertagen noch etwas kühler werden:


    Animation ECMWF-Modell 500 hPa Isohypsen Gründonnerstag bis Ostermontag. Quelle: MeteoPower

    Das amerikanische Vorhersagemodell hingegen lässt schon Gründonnerstag ein solches kleines Höhentief nach Spanien ziehen. Dies würde vor Ostern noch ruhigeres Wetter bedeuten, während dann aber über die Osterfeiertage ein neuer Trog nach Polen weist, was auch wieder für zunehmend unbeständiges und auch windiges Wetter spräche.


    Animation ECMWF-Modell 500 hPa Isohypsen Gründonnerstag bis Ostermontag. Quelle: MeteoPower


    FAZIT

    Entsprechend der aktuellen Wetterlage kann man ruhiges Hochdruckwetter für Ostern 2012 also nahezu ausschließen. Am wahrscheinlichsten sind über die Osterfeiertage Temperaturen um die Mittelwerte oder etwas darunter (Abb. 4), wahrscheinlich wird die kälteste Wetterperiode aber bereits vor den Feiertagen stattfinden und es dann in Richtung Ostern zumindest etwas wärmer werden.

    Der Wettercharakter lässt sich am besten mit unbeständig charakterisieren, wobei nach Wetterberuhigung zur Mitte der Karwoche die Niederschlagswahrscheinlichkeit zu Ostern deutlich zunimmt (Abb. 5). Jedoch sind auch zeitweilig freundliche Phasen noch möglich. Ab den Mittelgebirgslagen könnte auch Neuschnee fallen. Parallel zu dem unbeständigen Wettercharakter muss auch gerade nach Norden hin immer wieder mit lebhaftem westlichen Wind (Abb. 6) gerechnet werden. Vor allem in Richtung Küsten könnte es auch wieder teils stürmisch zugehen.


    In den nächsten Tagen folgt an dieser Stelle eine weitere Aktualisierung. Um diese nicht zu verpassen, werden Sie doch unser Fan bei Facebook und folgen Sie uns bei Twitter!

    Von: Frank Abel