Sprung ins kühle Nass?

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  • Sprung ins kühle Nass?
    10.05.2008 04:34

     

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    Nun ist es also soweit:
    Dem daheim gebliebenen steht ein herrliches verlängertes Wochenende ins Haus, welches für die spazier-, grill- und badewütigen Menschen hierzulande keine Wünsche offen lässt.

    Doch schauen wir zunächst kurz zurück auf den gestrigen Freitag. Wie aus dem Bild 1 hervorgeht, braucht sich Deutschland aktuell nicht vor den Touristenhochburgen in Südeuropa zu verstecken. Vielfach erlebten wir bereits frühsommerliche Temperaturen und selbst an der niederländischen Nordseeküste kletterten die Temperaturen auf Werte über 25°C, womit dort aus meteorologischer Sicht das Kriterium für einen Sommertag erfüllt wurde.  Schauen wir uns auf der europäischen Landkarte um, so stellen wir schnell fest, dass vor allem auf der Iberischen Halbinsel teils deutlich kühlere Bedingungen herrschen, womit all jene, die dort einen kurzen Pfingsturlaub verbringen, sich nun ärgern dürften, dass sie nicht in der Heimat geblieben sind. Denn in Spanien, insbesondere im östlichen Teil wird es auch in den nächsten Tagen nur allmählich besser. Werfen wir einen Blick auf Bild 2, so lässt sich bereits ohne Vorkenntnisse erahnen, dass hier auch das Nass von obenden Urlaubern treu bleibt.  Abgebildet ist die aufsummierte Niederschlagsmenge, die das europäische Wettermodell ECMWF für die nächsten 96 Stunden rechnet. All jene, die es in den westlichen Mittelmeerraum verschlagen hat, werden wenig Freude mit den Wetterbedingungen haben, in Katalonien sind teilweise über 100 Liter pro Quadratmeter möglich, von denen der größte Teil am heutigen Samstag herunter kommt, bis zum Pfingstmontag lassen die Niederschläge deutlich nach.


    Auf Bild 3 und 4 sind europaweit die Sonnenscheinstunden für Pfingstsonntag und –montag abgebildet, die das Multi-Model-MOS berechnet. Erneut kann man feststellen, dass Mitteleuropa vorn liegt und hierzulande wirklich schöne Tage ins Haus stehen. Doch auch den Spanientouristen sei ein wenig Hoffnung gemacht: Vor allem der Pfingstmontag bringt in weiten Teilen des Landes längere heitere Abschnitte. Allerdings erwischt es dann die Menschen, die sich auf Korsika, Sardinien, Sizilien sowie im Südteil Italiens aufhalten. Örtlich können über 50 Liter Niederschlag pro Quadratmeter herunterkommen. Am bittersten aber sieht es für die beiden Pfingstfeiertage wohl auf Deutschlands beliebtester Ferieninsel Mallorca aus. Hier wird sich wahrscheinlich nur vorübergehend die Sonne zeigen können und man darf hoffen, nicht allzu nasse Füße zu bekommen, angesichts der prognostizierten Niederschlagsmengen.

    Nasse Füße ganz anderer Natur kann man sich auf vergnügte Weise in Deutschland holen. Die Hauptbadesaison ist zwar noch ein wenig entfernt, dennoch lohnt sich bereits ein Sprung ins Wasser, vor allem an den Binnenseen. Einerseits sind die Strandbäder noch nicht – wie im Hochsommer bei schönem Wetter üblich – völlig überlaufen und außerdem sorgen Wassertemperaturen bis nahe 20 Grad (siehe Bild 5) schon für schwimmtaugliche Bedingungen, auch für all jene, die es nicht gar so kalt mögen. An der Ostsee gestaltet sich dies gebietsweise deutlich anders. Vor allem an der Küste Rügens liegen die Wassertemperaturen teils nur bei Werten von knapp über 10 Grad und das dürfte den meisten wohl doch noch etwas zu frisch erscheinen. Genauso verhält es sich auch an der Nordsee, was für die Jahreszeit völlig normal ist. Sollte sich das Wetter mit viel Sonnenschein nach Pfingsten weiterhin halten, so gehören Eindrücke wie auf Bild 6 aber wohl bald der Vergangenheit an.

    Somit scheint Petrus ein Gewissen zu haben, denn in diesem Jahr entschädigt er zu Pfingsten über alle Maßen diejenigen, die es 2007 mit heftigen Unwettern zu tun hatten und die Feiertage nicht wirklich genießen konnten.

    Von: Gregor Neubarth