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  • "Novemberfrühling"
    12.11.2009 08:32

    Die milde Luft steht bereit, um in den kommenden Tagen bei uns anzukommen. Eines ist dabei sicher: Das Wochenende wird in Deutschland eine für die Jahreszeit ungewöhnlich milde Angelegenheit werden. Teils können wir nachmittags ohne Jacke ins Freie. Wird es rekordverdächtig warm?

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    Woher kommt die Wärme?
    Dazu blicken wir zunächst auf die Wetterlage. Die Vorbereitung zur Umstellung sind dabei bereits im vollen Gange, wie man auf dem Satellitenbild von heute, 12.11.09, 7 Uhr MEZ sieht. Auf dem Atlantik befindet sich dabei ein breiter Trog, in dem die polare Meeresluft weit südwärts vorankommt und in dem rege Tiefdruckaktivität herrscht. Er ist auch in der Vorhersagekarte für den Samstagvormittag in Abb. 3 zu erkennen.

    In beiden Abbildungen erkennt man auch, dass auf der Vorderseite dieses so genannten Troges feuchte und milde Luft vom Atlantik nordostwärts nach Deutschland vorangeschoben wird. Den Übergang von der bisher herrschenden feuchtkalten zur feuchtmilden Luft erleben wir am heutigen Donnerstag mit der Frontpassage von Tief Gerhard, der rasch von Ost nach West über uns hinwegzieht. Schon am heutigen Tag sind westlich des Rheins Temperaturen bis 12°C möglich (siehe Wettervorhersage).

    Freitag bereits im Westen mild
    Am Freitag zieht dann noch ein weiteres Frontensystem über Norddeutschland mit Regen hinweg, während sich im Süden leichter Hochdruckeinfluss bemerkbar macht. Besonders in Richtung Bodenseeraum und Oberrheingraben wird es hier bereits freundlich und sehr mild mit bis zu 17°C in Freiburg im Breisgau. Ein Fragezeichen muss im Osten Bayerns gesetzt bleiben; hier könnte sich am Boden noch die kalte Luft bei Nebel und Hochnebel halten, und auch in Vorpommern wird es noch meist bei einstelligen Höchsttemperaturen bleiben.

    Allmählich wird jedoch der südliche Wind von Westen her kräftiger und beendet damit die zähen Nebel-  und Hochnebeltage. Am Freitag gilt dies bereits für den Nordwesten Deutschlands, hier frischt er bereits böig auf.

    Samstag: mildester Morgen, mildester Tag
    Den Höhepunkt des Wärmevorschubs werden wir dann am Samstag erleben. Dies beginnt bereits in den frühen Morgenstunden: ein von Nordwesten allmählich kräftiger werdender milder Südwind sorgt für Tiefsttemperaturen, die in der Nacht von Freitag auf Samstag in weiten Teilen Niedersachsens und Nordrhein-Westfalens für Tiefsttemperaturen von zum Teil nur 12°C sorgen werden (Abb. 4). Dies gilt besonders für den Eifelnordrand, hier sind also die Tiefsttemperaturen teilweise höher als die heutigen Höchsttemperaturen, während sich nach Südosten hin Nebel halten kann. Noch.

    Der Südwind lebt aber im Tagesverlauf dann auch bis nach Sachsen weiter auf, wobei die Frage bestehen bleibt, ob er auch bis in das Chiemgau kräftig genug wird, um die bodennahe Kaltluftschicht wegzupusten.

    Ansonsten sieht das Wetter dabei zumindest im Süden und Osten teils freundlich aus, von Nordwesten machen sich allerdings Tiefausläufer bemerkbar. Interessant wird es in der Nähe zur Nordsee, da hier in der Höhe schnell die kühlere Luft nachfolgt, kräftige Schauer und auch Gewitter sind dabei möglich.

    Insgesamt kommt es aber in Deutschland zu einer kräftigen Erwärmung mit Höchsttemperaturen im Bereich meist zwischen 11 und 16°C (Abb. 5). Bei den absoluten Höchstwerten in Deutschland wird dann auch wieder der Wind eine besondere Rolle spielen.

    Föhn bringt die höchsten Temperaturen
    Denn wie wir in Abb. 6 sehen, herrscht bereits am frühen Samstag in noch nicht allzu großer Höhe (rund 750 m) ein kräftiger südlicher bis südwestlicher Wind. Damit kommt es besonders am Nordrand der westlichen Mittelgebirge (z.B. Eifel, Harz) zu einem Föhn-Effekt (Abb. 7), der die Temperaturen noch etwas weiter in die Höhe treiben wird. Im Fokus steht dabei insbesondere der Harznordrand. Nördlich des Brocken, der höchsten Erhebung am Rande der Norddeutschen Tiefebene, werden bei derartigen Lagen regelmäßig ungewöhnlich hohe Temperaturen erreicht.

    Das beste Beispiel hierfür ist Wernigerode. Schon häufiger kletterten im November die Temperaturen hier auf 18°C, am 15.11.1986 wurden hier sogar 20°C erreicht. In diesem Rekordbereich werden wir wohl an diesem 14.11.2009 nicht liegen, aber immerhin ist die ein oder andere neue Höchstmarke zumindest nicht ganz auszuschließen. Denkbar sind am Harznordrand und später auch am Nordrand des Vogtlandes 17 bis 19°C, und auch in Baden-Württemberg wird man örtlich nicht so weit von der 20°C-Marke entfernt liegen.

     

    Von: Frank Abel