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Sturmtief XYNTHIA27.02.2010 05:37
Sturmtief XYNTHIA läutet in Deutschland den meteorologischen Frühling ein. Das Zentrum dieses Sturmwirbels befindet sich schon am heutigen Samstag vor der Küste Portugals und setzt seinen Weg bis Sonntag über den Golf von Biskaya, Nordfrankreich, die Beneluxstaaten bis nach Norddeutschland fort. Wie heftig wird es wirklich? Welche Spitzenböen sind zu erwarten?
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Dazu schaut man sich am besten den Wind in höheren Schichten der Atmosphäre an, idealerweise den Mittelwind in einer Druckfläche von 925hPa (ca. 800 Meter, Abb. 1+2) oder auch in 850hPa (ca. 1500 Meter). Diese Windgeschwindigkeiten können bis zum Boden vordringen. Bedingung dafür ist eine gute Durchmischung der Luftschichten, wie sie an einer Kaltfront bzw. dahinter auftritt. In den Karten kann man ablesen, dass dieser Höhenwind teilweise um die 50 Knoten aufweist. Das entspricht ca. 100 km/h oder Windstärke 10 (siehe Abb. 3). Derartig hohe Windspitzen sind also vereinzelt nicht ausgeschlossen. Auf den Bergen wird es noch stürmischer: So sind auf dem Brocken Orkanböen bis 140 km/h möglich, der Mittelwind beträgt 100 km/h.
Da das Tief schon „gealtert“ ist, hat die Kaltfront schon die Warmfront eingeholt und bildet nun eine Okklusion, die den Südwesten Deutschlands am Sonntag Vormittag erreichen wird. Daher sind dort die höchsten Böen bereits im Laufe des Tages zu erwarten. Der Osten des Landes wird von der Front erst in der Nacht zum Montag erfasst und sorgt dann für die größten Böen. Auch am Montag selbst bleibt es noch stürmisch, bevor der Wind in der Nacht zum Dienstag deutlich nachlässt.
Bemerkenswert ist, dass vor genau zwei Jahren, ebenfalls zum Monatswechsel Februar-März, ein Orkantief über Deutschland zog. Dieses sorgte jedoch für Windspitzen über 118 km/h selbst im Flachland. Ganz so schlimm wird es diesmal also nicht.
Von: Karsten Kürbis
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