mehr Informationen zu Ihrer
Wetter-App für Android
mehr Informationen zu Ihrer
Wetter-App für iPhone
-
Wie wird das Wetter am 1. Advent wohl sein?
(1) Luftdruckverteilung. Analyse vom 20. November, 1 Uhr MEZ aus unseren Profikarten
(2) Temperaturmessungen am 20.11. um 4 Uhr MEZ: in Russland kühlen die Landmassen mächtig aus
(3) mittlere Höhe der 500 hPa-Fläche, repräsentativ für den Luftdruck in etwa 5,5 km Höhe bis 4.12.07
(4) mittlere Temperatur in knapp 1,5 km Höhe in Deutschland bis 4.12.07
(5) mittlere Temperatur in knapp 1,5 km Höhe auf der Nordhalbkugel bis 4.12.07
(6) mittlere Druckverteilung am Boden bis 4.12.07
(7) 28-Tages-Prognose der Temperatur: in etwa konstant, daher zum Schluss Trend zu für die Jahreszeit normalen Werten
(8) mittlere 12-std. Niederschlagsmenge bis 4.12.07
-
Dezember-Wetter?20.11.2007 07:55
Glätte, Nieselregen und Schneeregen, aber auch etwas Sonne bestimmten die letzten Tage. Wie das Wetter auch war, die Temperaturen blieben im leicht unterkühlten Bereich. Nun geht es zumindest im Westen Deutschlands aufwärts. Ist das ein Trend zu einem milderen Dezember oder doch nur ein Intermezzo?
-
Anzeige
Die Schnupfennasen tauchen immer mehr in Büros, Bussen und U-Bahnen auf, und mancherorts hört man fluchende Worte über das nasskalte Wetter. In den östlichen und südlichen Mittelgebirgen und natürlich in den Alpen juchzen dagegen die Winterfreunde über die weiße Pracht. Dabei möchten vor allem die Norddeutschen lieber ein paar Grad mehr, die Skifahrer und Rodler dagegen den Schnee behalten. Wohin geht die Reise?
Kurzfristig: milder
Wie man an den zu erwartenden Höchsttemperaturen sieht, geht es zunächst einmal aufwärts mit der Temperatur. Verantwortlich hierfür ist das Tief Zebedäus, das auf seiner Vorderseite mildere Luft in den Westen Deutschlands bringt (Abb. 1).
Im Osten dominiert dagegen noch das Hoch Ying mit Zentrum über der Ukraine. Die Luft strömt von hier im Uhrzeigersinn um das Hoch herum und liefert die kalte Festlandsluft (Abb. 2) über den Südosten in Bodennähe an. Dies ist der Grund, warum es hier eher nasskalt und trüb zugeht. Die Milderung wird sich jedoch in der zweiten Wochenhälfte auch hier durchsetzen.
Und bis Ende November?
Für alles, was darüber hinaus passiert, ist eine konkrete Wettervorhersage mit genauen Höchsttemperaturen nicht mehr möglich. Dazu ist das Wetter ein zu chaotisches System. Jedoch gibt es Möglichkeiten, einen Trend herauszudestillieren, indem man sich das Mittel mehrerer Modellberechnungen mit leicht veränderten Anfangszuständen ansieht. Dies ist in den folgenden Abbildungen geschehen.
Dazu schauen wir uns zunächst die Höhenkarte in Abb. 3 an. Hier ist das Mittel der geopotenziellen Höhe dargestellt, die "Berge und Täler" der höheren Atmosphäre um 5,5 km Höhe. Dabei fällt insbesondere in der oberen Reihe der Grafik die 'Ausbuchtung' auf, die vom Arktischen Ozean kommend weit südwärts bis in den östlichen Mittelmeerraum weist. Dies deutet eher auf einen erneuten Kaltluftvorstoß hin.
Auch die Karten der Lufttemperatur in knapp 1,5 km Höhe (Abb. 4 und 5) zeigen diesen Trend: besonders in den Osten Deutschlands wird erneut kältere Luft herangeführt.
Um einen Trend für den Witterungscharakter herauszufinden, muss man allerdings auch darauf achten, was am Boden passiert. Insbesondere die Windrichtung hat einen großen Einfluss darauf, ob wir es eher winterlich frisch oder trüb und nasskalt bekommen. Dazu blicken wir auf Abb. 6. Deutlich ist in der mittleren Bodendruck-Verteilung das Hochdruckgebiet über dem Ostatlantik und Westeuropa zu erkennen, ebenso deutlich aber auch der Tiefdruckwirbel über der Barentssee.
Im Verlauf der kommenden Woche wird demnach dieses Hoch, das eher für südliche Winde sorgt, von diesem Tief verdrängt. Damit dreht die Windrichtung auf Nordwest, die Luft kommt also über die Nord- und Ostsee. Damit können wir wieder mit wolkenreichem Wetter rechnen, wobei in Richtung Niedersachsen und Schleswig-Holstein wohl häufiger etwas Regen, sonst etwas Schneeregen oder Schnee fallen dürfte, der Grundcharakter bleibt also schlicht nasskalt.
Und Anfang Dezember?
Darüber hinaus wird es natürlich noch etwas unsicherer, was den Trend angeht. Die Modelle zeigen steigenden Luftdruck von Südwesten, der das Tief Anfang Dezember allmählich verdrängt. Richtig durchgreifend scheint diese Milderung jedoch nicht zu sein, und häufig hält sich die Kaltluft zäher, als es die Vorhersagemodelle wahr haben wollen. Vermutlich wird sich am Witterungscharakter dabei nur wenig ändern, dies gilt auch für die Temperaturen.
Zusammenfassung
Aller Voraussicht nach können Sie sich an Temperaturen wie in der vergangenen Woche in Deutschland gewöhnen. Denn grundsätzlich wird sich an diesen nur kurzfristig etwas ändern. Insgesamt bleiben Sie etwa auf bisherigem Niveau und passen sich daher jahreszeitüblichen Werten an (Abb. 7).
Dabei setzt sich zunächst ansatzweise eine schwache Milderung durch, bereits zum Wochenwechsel geht es aber wieder in altbewährte Gefilde. Dabei muss dann in den letzten Tagen des Novembers wieder mit etwas Schnee gerechnet werden, nach Nordwesten hin eher mit etwas Regen (Abb. 8).
Anschließend setzt sich nach jetzigem Stand zum Dezember von Südwesten Wetterberuhigung durch, es wird aber weiterhin wolkenreich und eher nasskalt zugehen.
Von: Frank Abel
-
-
TAGS:

