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2007 wärmstes Jahr?08.01.2007 08:07
Viele Schals liegen ungenutzt im Schrank, Wintermäntel hängen unbeachtet in den Kaufhäusern. Nach einem sehr warmen Sommer und Herbst folgt ein quasi Nicht-Winter. Kurz- und mittelfristig betrachtet wurden die Hintergründe vor zwei Tagen sehr anschaulich von Friedrich Föst erläutert.
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Betrachtet man den Zustand der Atmosphäre und der Ozeane nun global, so sprechen durchaus Anzeichen dafür, dass unsere Erde auch im Jahr 2007 "im Fieber" liegt. Unsere britischen Kollegen vom UK Meteorological Office gehen sogar mit einer Wahrscheinlichkeit von 60% davon aus, dass das Jahr 2007 global das wärmste seit Aufzeichnungsbeginn wird. Mit verantwortlich hierfür ist "El Niño", auf das wir heute kurz eingehen.
Peruanische Fischer sind verantwortlich für den Namen dieser Beobachtung. Denn zur Weihnachtszeit blieben gelegentlich die Fischschwärme aus, auf die sie so angewiesen waren. Und die spanische Übersetzung für "das Christkind" oder "Kind" ist eben "El Niño".
Der Grund für das Ausbleiben dieser Fischschwärme im Ostpazifik ist wärmeres Meerwasser. Im Normalfall transportieren östliche Winde das wärmere Wasser ab, aus der Tiefe folgt dann das kühlere Wasser aus polaren Regionen nach. Durch eine Abschwächung der östlichen Winde kommt dieser Transport zum Erliegen. Dann bringen äquatoriale so genannte "Kelvinwellen" das abtransportierte Meerwasser von Südostasien nach Südamerika zurück. (Abbildung 1). Abbildung 2 zeigt die Abweichung der Meerestemperatur im Dezember 1997 während des letzten starken El Niño-Ereignisses.
Im Jahr 1997 lagen die Wassertemperaturen sieben Grad über den Normalwerten. Dadurch kam es vermehrt zu kräftigen Gewittern, wobei die Wärmeenergie in die Atmosphäre abgegeben wurde. Dieser Überschuss an Energie verändert weltweit die Witterungsmuster. Überschwemmungen und Dürren waren die Folge.
Für die diesjährige Saison ist das El-Niño Ereignis mäßig. Die Wassertemperaturen liegen 1,1 bis 1,3°C über den Normalwerten, und auch eine schwächere östliche Windströmung wird beobachtet. (Siehe Abbildung 3) Folgende Effekte sind für den Zeitraum bis März 2007 wahrscheinlich:
- in Malaysia, Indonesien, Teilen Australiens, dem tropischen Nordpazifik, dem nördlichen Südamerika und dem südöstlichen Afrika dürfte ein Niederschlagsdefizit auftreten
- in äquatorialen Regionen Ostafrikas, zentralen Südamerika und entlang der Küste Ecuadors und Perus ist mit mehr Niederschlag als üblich zu rechnen
Inwieweit wir in Deutschland weiterhin betroffen sein werden, ist derzeit noch nicht abzusehen. Typisch für eine El-Niño Saison ist aber etwa die Verstärkung der westlichen Winde im nördlichen Winter, die wir auch zurzeit beobachten.In der Diskussion steht zurzeit noch, inwieweit der Treibhauseffekt am El-Niño-Phänomen beteiligt ist. Denn eine globale Temperaturerhöhung erwärmt insbesondere im Ostpazifik das Wasser überdurchschnittlich, dies würde quasi einen künstlich erzeugten El-Niño bedeuten.
Links:
Von: Frank Abel2007 - forecast to be the warmest year yet (UKMO)
El Niño Diagnostic Discussion (NOAA)
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