Schnee '08 und '09

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    (1) Schnee in Massen in der Saison 08/09. So sah es teils in den Alpen aus. Foto von Friedrich Föst

    (2) Die Föhnlage vom 05.11.2008

    (3) Der Schneebringer. Temperaturen in 500 hPa (ca. 5,5 km), Bodendruck. Man beachte das Tief an der Westgrenze Russlands. 22.11.2008, 19 Uhr MEZ

    (4) Am heutigen 27.11.09 dagegen befinden wir uns noch vorderseitig der kalten Luft in einer milden südwestlichen Strömung vom Atlantik her

    (5) Schneehöhen (cm) vom 22.11.2008 in Deutschland

    (6) Schneehöhen Europa am 22.11.2008

    (7) Schneehöhenmeldungen genau vor einem Jahr am 27.11.2008

    (8) Schneehöhenmeldungen heute, 27.11.2009 zum Vergleich

    (9) Temperatur Deutschland am 27.11.2008 um 7 Uhr

    (10) Temperatur Deutschland am 27.11.2009 um 7 Uhr

  • Schnee '08 und '09
    27.11.2009 08:15

    Viele Dinge vergisst man schnell. Oder wissen Sie noch, wie das Wetter vor einem Jahr ausgesehen hat? Wintersportfreunde werden es sicherlich wissen, denn sie hatten in der Saison 08/09 schon früh zu lachen. Hier ein Blick auf die Wetterlage Ende November 2008 und ein Vergleich heute.

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    Tückischer Start
    Dabei fing der November 2008 beinahe genau so an wie der in diesem Jahr, nämlich mit ungewöhnlicher Wärme. Bekannt sollten uns die Höchsttemperaturen von einer markanten Föhnlage am 05.11.08 vorkommen. Damals erstaunten maximal 22,9°C in Piding bei Bad Reichenhall, nach diesem November sind sie beinahe nichts Besonderes mehr.

    Winter kam im letzten Drittel
    Beim Eintritt in die zweite Dekade des Monats November 2008 sah es immer noch recht mild aus und man sollte meinen, dass der Herbstmonat wie in diesem Jahr immer so weitergeht. Doch mit Blick auf den Atlantik sahen wir, dass sich etwas anbahnte.

    Hier bildete sich nämlich ein sehr kräftiges, warmes Hochdruckgebiet, das immer weiter nach Norden bis nach Island voran kam. Es schnitt die milde Meeresluft von Westen her ab und zwang sie, einen Bogen über den hohen, polaren Norden zu nehmen: Es bahnte sich ein Wetterumschwung an.

    Dieser wurde auch an diesem sonst eher trockenen Monat sehr deutlich ab dem 21.11.08 spürbar. Denn es kam, was bei dieser "Atlantik-Blockade" kommen musste: Die arktische Luft kam mit voller Wucht, und ein Tief, was an diesem Kaltluftvorstoß entlangwanderte, drückte die Luft auf seiner Rückseite förmlich nach Deutschland und gegen die Alpen (Abb. 3).

    Dies sorgte dafür, dass am 24. November 2008 beinahe ganz Deutschland unter einer winterlich-weißen Schneedecke lag mit 14 cm in Bremen am 22. (Abb. 5 und 6) und am 23. in Brandenburg an der Havel und in Wittstock mit 15 cm.

    Auch in den Alpen freute man sich über den Schnee, auf der Nordseite des Alpenhauptkamms wurde durch Staueffekte daran nicht gespart. Nach einem ersten Wintereinbruch im Oktober 2008 gab es einen zweiten Jubelschrei der Wintersportfreunde Ende November, und wie wir heute wissen, sollten in der Saison 08/09 noch viele weitere folgen.

    Schneelage in den Alpen damals und heute
    Die Schneehöhen von vor einem Jahr werden dabei so manchem Skifan die Tränen in die Augen treiben. Von den Urner und Glarner Alpen in der Schweiz bis hinüber nach Vorarlberg und Tirol, insbesondere im Arlberggebiet und dem Tiroler Oberland bis zum Innsbrucker Raum, aber auch im Oberallgäu und in der Zugspitzregion lagen 60 bis 160 cm Schnee. Die Langlauf-Freunde konnten sich über mehrere Kilometer gespurte Loipen in Seefeld und Leutasch in Österreich freuen.

    Und in diesem Jahr? Momentan ist Skifahren höchstens an Gletscherstationen möglich, selbst in den mittleren Lagen der Alpen ist die Schneelage höchst problematisch, an Langlauf ist derzeit noch gar nicht zu denken. Am deutlichsten wird das bei dem Vergleich der Schneehöhenmeldungen vom 27.11.08 und 27.11.09 in den Abb. 7 und 8.

    Skifreunde sollten aber die Hoffnung nicht aufgeben. Zugegeben, die Lage sah schon einmal besser aus. Ein Vergleich mit ähnlichen Jahren zeigt, dass sich nach einem kühlen Oktober und sehr milden November oft ein später Februar- bis Märzwinter anschließt.

    Von: Frank Abel