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Sternschnuppen-Maximum12.08.2009 08:29
Viele Wünsche können heute Nacht wahr werden - denn der Sternschnuppenstrom der Perseiden erreicht sein Maximum. Bei uns leider tagsüber. Trotzdem haben wir noch Chancen auf ein paar atemberaubende Naturschauspiele. Wo und wann lohnt es sich, gen Himmel zu schauen?
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Was sind die Perseiden?
Bekannt sind die Perseiden schon lange - nur nicht unter diesem Namen. In Aufzeichnungen aus dem asiatischen Raum wurde schon vor rund 2000 Jahren die ungewöhnliche Sternschnuppenvielfalt festgehalten.Da das Maximum der Sternschnuppendichte jährlich um den 10. August und damit um den Namenstag des Märtyrers Laurentius stattfindet, werden sie auch als Laurentiustränen bezeichnet. Im Jahr 1835 entdeckte der belgische Mathematiker Adolphe Quételet die jährliche Wiederkehr des Phänomens, und es wurde mit systematischen Zählungen begonnen. Daraus geht hervor, dass nach einem Maximum zwischen 1861 und 1864 eine weniger aktive Phase folgte, bis im August 1993 ein neues Maximum mit über 350 Meteoren pro Stunde auftrat.
Die Perseiden sind dabei die verglühenden Staub-"Abfälle" in der Bahn des Kometen 109p/Swift-Tuttle (Abb. 1), die die Umlaufbahn der Erde jährlich kreuzt. Man ging sogar eine Zeitlang davon aus, dass der Komet die Erde im Jahr 2126 treffen könnte, er wird sie jüngeren Erkenntnissen zufolge knapp verfehlen. Man hat jedoch herausgefunden, dass der Jupiter die Meteoren-Bahn beeinflusst und alle 12 Jahre für ein Maximum sorgt, das letzte trat im Jahr 2004 auf. Hier ein kurzes Video der ESA aus dem Jahr 1997:
Perseiden im Jahr 1997 von der ESA beobachtetWo am Himmel sind die Sternschnuppen zu sehen?
Auftauchen können sie überall. Verfolgt man jedoch ihre Spur in Gedanken zurück, so treffen sie sich alle in einem Punkt am Himmel, den man Radiant nennt. Dieser liegt in der Nähe des Sternbilds Perseus, der sich knapp unterhalb von Kassiopeia und am Abend des heutigen 12.08.09 recht knapp über dem nördlichen Horizont befindet (siehe hier und Abb. 2).Man kann sich den Radianten dabei so vorstellen, wie wenn man mit dem Auto durch den Regen fährt. Dabei scheint es, als würde der Regen von einem Punkt vor dem Fahrer auf die Windschutzscheibe zukommen. Ähnlich verhält es sich, wenn die Erde durch die Spur des Kometen fliegt. Perspektivisch scheinen alles Sternschnuppen aus dem Radiant herauszufliegen.
Was ist die beste Zeit?
Das kommt wiederum ganz darauf an, was man sehen möchte. Leider ist der Zeitpunkt des Maximums der Perseiden heute tagsüber. Aber auch bis in die Nacht hinein sollte man noch genug Sternschnuppen beobachten können. Das theoretische Maximum liegt dann noch bei etwa 100 pro Stunde, wobei der wirklich beobachtete Wert fast immer deutlich darunter liegt.Nun kommt es darauf an, was man wirklich sehen möchte. Die beste Zeit für Sternschnuppen ist eigentlich die Zeit nach Mitternacht, da man dann bei uns quasi "in Flugrichtung" in den Kometenschweif hinein blickt. Dagegen spricht jedoch, dass die Sternschnuppen seltener werden, je weiter es in die Nacht hinein geht. Ein Kompromiss für die meisten Sternschnuppen wird dabei wohl um Mitternacht sein.
Es lohnt sich aber auch, schon etwas früher, etwa ab 22 Uhr, den Himmel zu beobachten. Zwar stört dann noch der recht helle Mond, der noch zu 55% beleuchtet ist. Andererseits könnte man dann aber mit Glück ein oder zwei so genannte "Earthgrazer" erleben. Das sind Meteore, die sehr flach in die Erdatmosphäre eintauchen und so eine lange, intensive und mehrfarbige Spur über den Himmel ziehen (Abb. 3). Zum Teil springen sie auch über die Atmosphäre wie ein Stein, den man auf einer Wasseroberfläche hüpfen lässt.
Zum Beobachten sollte man sich also am besten mit einer Decke flach auf den Boden legen, um den gesamten Himmel im Auge behalten zu können. Dabei sollte man nicht in die Nähe des Mondes sehen, er ist einfach zu hell. Auch Stadtnähe mit den ganzen Lichtern sollte man nach Möglichkeit meiden und lieber auf das Land fahren. Jetzt bleibt nur noch die Frage zu klären, ob das Wetter dafür sorgt, dass sich der ganze Aufwand auch wirklich lohnt.
Spielt das Wetter mit?
Nicht überall. Unser Problem ist die schleifende Front des Tiefs CLAUS, die am heutigen Tag von Norden bis etwa zur Mainlinie südwärts vorankommt und sich von hier im Laufe der Nacht allmählich wieder nordwärts in Bewegung setzt. Wenn in diesem Bereich auch wenig Regen fällt, so sind doch die Wolken oft dicht, und so sieht es zwischen dem Niederrhein und dem Main bis hinüber in den nördlichen Bayerischen Wald und nach Sachsen hin meist schlecht aus.Die besten Chancen hat man im Keil eines Azorenhochs im Südwesten zwischen Breisgau und Westallgäu sowie im Nordosten Deutschlands. In Abb. 4 sieht man die Prognose der Bewölkung zwischen 22 und 3 Uhr im Stundentakt, angegeben in Achteln (eine 8 bedeutet also vollständig bedeckter Himmel). Hier kann man für seinen Ort entscheiden, ob es sich lohnt, heute Nacht länger wach zu bleiben. Auch die Detailsansicht im Ortewetter hilft. Diese erreicht man, indem man nach der Eingabe seines Aufenthaltsortes auf den Wochentag (in diesem Fall "Mi", Beispiel für Berlin) klickt.
Allen, die es beobachten können, von dieser Stelle aus eine tolle "Show" und dass die Wünsche in Erfüllung gehen mögen.
Hinweis:
Von: Frank Abel
Die Abb. (2) ist under der GNU-Lizenz veröffentlicht.
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