Winter adé?

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    (1) Eher mild als winterlich wird der November weitergehen

    (2) Ensemble-Mittelprognose für die Temperatur in ca. 1,5 km Höhe bis 27.11.09

    (3) Ensemble-Mittelprognose für die geopot. Höhe der 500 hPa Fläche. Hier erkennt man die Höhenströmung folgert auf die Lage und Zugbahnen der Hochs und Tiefs am Boden

    (4) Ensemble-Mittelprognose für den Bodendruck

    (5) Ensemble-Cluster zeigen die Wetterlagen und deren Eintreffwahrscheinlichkeit der weiteren Zukunft an. Hier die möglichen Wetterlagen für den 22.11.09. Für mehr Details vgl. die News 'chaotisches Wetter', verlinkt in den News

    (6) Lage des Jetstreams. Dieses Starkwindband in der Höhe trennt die milde Luft im Süden von der kälteren Luft polaren Ursprungs im Norden. Wir liegen auch am 22.12.09 deutlich auf der warmen Seite. In Osteuropa kann es dagegen recht kalt werden

    (7) Die 28-Tagesprognose der Temperatur, gemittelt für Deutschland, zeigt zunächst eine lange milde Phase (gelbe Linie liegt deutlich über der gestrichelten Linie der Normaltemperatur), aber auch einen Umschwung zum Monatswechsel. Quelle: www.meteopower.com

  • Winter adé?
    13.11.2009 08:41

    Schon gestern sprachen wir über den Novemberfrühling, der sich bereits heute, am 13.11.2009, von Südwesten her in Deutschland breit macht. Heute schauen wir noch weiter in die Zukunft, und auch da ist von Winter nichts zu sehen. Wird die Saison 2009/2010 ein Totalausfall?

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    Milde Phase hat begonnen
    Bereits am heutigen Freitag, dem 13. November 2009 wird die milde Luft im Westen Deutschlands sichtbar: In Nordrhein-Westfalen startete der Tag bereits weiträumig mit zweistelligen Temperaturen bei einem mäßig auffrischenden und auf Südwest drehenden Wind, der auf der Rückseite eines Ausläufers von Tief Gerhard die milde Luft aus den Subtropen heranbringt.

    Wie bereits gestern angekündigt, beginnt damit eine Art Novemberfrühling, der - wie sich zunehmend in den Vorhersagemodellen zeigt - sich auch eine Weile bei uns einrichtet. Der Rest des Novembers wird damit nur wenig Winterliches für uns parat halten. Wieso ist das so?

    Wie gestern beschrieben strömt die Luft auf der Vorderseite eines Kaltluftvorstoßes über dem Ostatlantik von Südwesten her zu uns, damit gelangt auch die entsprechend feucht-warme Luft hierher. Gleichzeitig verstärkt sich der Hochdruckeinfluss über Südosteuropa (Abb. 2 bis 4). Zwischen diesen beiden Gegenparts bleibt die südwestliche Strömung in den kommenden Tagen zunächst aufrecht erhalten, es bleibt also durchweg wärmer als normal, mal etwas mehr, mal etwas weniger.

    Die genauen Temperaturen hängen dann noch von den Tiefs ab, die sich in der so genannten Frontalzone immer wieder entwickeln und insbesondere den Norden Deutschlands beeinflussen können. Einige Modellvorhersagen prognostizieren etwa kräftige Sturmtiefs, die in der kommenden Zeit vom Atlantik in Richtung Russland ziehen könnten und nach Norden hin den Wind vorübergehend kräftig aufleben lassen würden.

    Kommende Woche
    Interessant ist dann auch die Entwicklung insbesondere des Hochdruckgebietes in der kommenden Woche. Im Mittel der Vorhersageberechnungen (des Ensembles) soll sich demnach ein Hochdruckgebiet mit Schwerpunkt über Südwesteuropa bilden, am wahrscheinlichsten wird wohl ein kräftiges Hoch über Frankreich sein (Abb. 6).

    Damit liegt der Winter weiterhin in der Ferne, denn die Luft wird dann um das Hoch herum aus den Subtropen teils über die Nordsee zu uns geführt. Damit ist weiter meist mit Temperaturen um 10°C maximal zu rechnen, je nach Wind oder Bewölkung mehr oder weniger, jedenfalls aber zu warm für Schnee, selbst in etwa 1,5 km Höhe herrschen teils Temperaturen zwischen 5 und 10°C (Abb. 2), und die für das Flachland "schneegefährliche" -5°C-Marke liegt im Mittel weit nördlich über Skandinavien.

    Damit wird in der kommenden Zeit ein leicht unbeständiger Witterungscharakter dominieren, wobei die Sonne nach Süden hin am häufigsten Chancen hat, auch die Niederschlagsneigung ist hier gering. Nach Norden hin muss man dagegen häufiger mit dichten Wolken und zeitweiligem Regen rechnen, und es ist auch möglich, dass der Wind (meist aus Südwest) zeitweise kräftig weht. Eines gibt es in all den Varianten nicht: Winterliches Wetter, selbst Nachtfröste werden nicht so häufig auftreten.

    Wo bleibt der Winter?
    Im November dürfte es damit schlecht aussehen für alle, die auf Wintersportbedingungen in den Mittelgebirgen hoffen und gut aussehen für alle Autofahrer, die gern auf Glätte verzichten können. Doch bleibt die Frage: Kommt er noch, der Schnee?

    In vielen vergangenen Jahren hat sich dabei gezeigt, dass sich die Witterung im November gern gegensätzlich zum Charakter des Winters verhält. Mit anderen Worten: Ist es im November häufig kalt und fällt der Schnee früh, so folgt ab Dezember oft der Wetterumschwung hin zur Milderung, und der erhoffte Winter verabschiedet sich, bevor er sich richtig eingenistet hat.

    Ist andererseits der November ungewöhnlich mild, so ist es oft so, dass in Richtung Dezember dann der Winter folgt und sich auch gerne bis in den Frühling hinein einnistet. Dies ist natürlich nur ein Erfahrungswert, dies kann für diesen einzelnen Winter eintreffen, muss aber nicht. Jedenfalls sollten wir gerade wegen des milden Novembers die Hoffnung auf schneeweiße Tage nicht aufgeben, darauf deutet auch der Temperaturrückgang zum Monatswechseln in der neuen 28-Tages-Prognose auf unserem Energieportal MeteoPower hin (Abb. 7).

    Von: Frank Abel