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(1) "Wir können keine tonnenschweren SUVs fahren, soviel wie nur möglich essen und bedenkenlos Heizungen und Klimaanlagen aufdrehen". Obama setzt sich für den Klimaschutz ein. Foto von paphotos.com
(2) Bush wurde im Ausland, aber auch im eigenen Land für seine Umweltpolitik teils heftig kritisiert. Foto von j-sin
(3) Landverlust am Golf von Mexiko durch Erhöhung des Meeresspiegels zwischen einem und 4 Meter nach dem GFDL-Modell. Quelle: NOAA
(4) Verlust der Feuchtigkeit im Boden im Sommer bei vierfacher CO2-Konzentration (GFDL / NOAA)
(5) Unterschied in den Temperaturen bei jetziger und vierfacher CO2-Konzentration in der Atmosphäre (GFDL / NOAA)
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Obama und Klima06.11.2008 08:43
Als Neuanfang für Amerika bezeichnete Präsident Obama seine Wahl bei seiner gestrigen Rede in Chicago: "Change has come to America". Die Hoffnungen sind groß, dass damit auch ein radikaler Wandel der Klimapolitik der USA stattfinden wird. Denn Obamas Programm hat auch im ökologischen Sinne ehrgeizige Ziele.
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So ist auch hierzulande die Hoffnung groß, dass die Probleme, die durch den Klimawandel entstehen, wieder zusammen mit den Vereinigten Staaten angegangen werden können. Immerhin gilt die USA nach wie vor als größter Umweltverschmutzer der Erde. Sie haben mit 25% den weltweit größten Ölverbrauch, von denen sie jährlich 875 Millionen Tonnen Öl verbrennen. Immerhin hat die Finanzkrise dafür gesorgt, dass dieser Trend gestoppt wurde und der Verbrauch zurzeit rückläufig ist.
Im Wahlkampf hat sich nun gezeigt, dass auch in der amerikanischen Bevölkerung allmählich das Bewusstsein erwacht ist, den herkömmlichen "American Way Of Life" zu überdenken. Denn globale Erwärmung betrifft neben der weltweiten auch die eigene Zukunft. Obama betonte auf einer Wahlkampfveranstaltung, dass er selbst in Hawaii aufgewachsen sei, welches durch Wirbelstürme und insbesondere einem steigenden Meeresspiegel besonders betroffen ist. Aber nicht nur er, auch sein Gegenspieler McCain warb im Wahlkampf mit einer umweltbewussteren Politik.
Eingeschränkte Kyoto-Nachfolge
Bei uns dürfte besonders die Nachricht mit Freude aufgenommen werden, dass unter Obama die USA ein Kyoto-Nachfolgeprotokoll mittragen würden. Die Entscheidung des noch-Präsidenten George W. Bush, aus dem Kyoto-Vertrag auszusteigen, hat ja weltweit, auch im eigenen Land (Abb. 2), für Empörung gesorgt. Allerdings lehnt Obama verpflichtende Obergrenzen und Sanktionen ab. Die gemachten Zusagen sollten freiwillig bleiben, und das Mittel zur Schadstoffbegrenzung solle der technische Fortschritt sein.Überhaupt möchte Obama mit seiner Umwelt- und Klimaschutzpolitik wieder verstärkt mit internationalen Organisation und der UN-Klimakonferenz zusammenarbeiten mit der Bedingung, dass die USA die führende Rolle einnimmt.
Drastische CO2-Reduktion
Sehr ehrgeizig sind die Umwelt-Pläne des designierten Präsidenten Obama im eigenen Land. Sein Ziel ist es, die Kohlendioxid-Emission bis zum Jahr 2050 um 80% im Vergleich zu 1990 zu senken, und er teilte bereits im Wahlkampf mit, dass dies nicht ohne Kosten einhergehen könne. Gemäß der Washington Times sagte der zukünftige Präsident, dass die Umstellung auf kurze Sicht kostspielig für "Konsumenten, Steuerzahler und Unternehmen" sein wird in der Größenordnung von Hunderten Milliarden Dollar. (Aus globalwarming.org)Keine Geländewagen
Immer wieder appelliert Obama dabei auch an die Bevölkerung, ihren Lebenswandel anzupassen. Man könne nicht weiterhin tonnenschwere SUVs (Geländewagen) fahren, soviel wie nur möglich essen und ohne Bedenken Klimaanlagen und Heizungen aufdrehen.Kompromisse müssen gemacht werden, die den im amerikanischen Bewusstsein so fest verankerten Freiheitsbegriff einschränken oder neu definieren. Genau an diesem Punkt haken die politischen Gegner empört ein, wie im folgenden oberen Video zu sehen und zu lesen ist. Ein derartiger Kommentar wäre in Deutschland wohl kaum denkbar:
Kommentar zur Klimapolitik Obamas (engl.)
Barack Obama auf einer Wahlkampfveranstaltung (engl.)Doch dass die Amerikaner trotz ihrer Befürchtungen um ihren Lebensstandard mehrheitlich für Obama gestimmt haben, zeigt, dass sie sich ihrer Verantwortung für die weltweiten Ausmaße ihrer Umweltverschmutzung sehr wohl bewusst sind.
Emissionshandel
Nicht nur die Privathaushalte, vor allem auch die Wirtschaft muss verantwortungsbewusster mit ihren Ressourcen umgehen. So wurde Obama während seiner Wahlkampfveranstaltungen nicht müde, den Amerikanern das Prinzip des Zertifikatenhandels bei Emissionen zu erklären (siehe unteres Video), welches bei uns bereits angewendet wird. Demnach muss die Industrie für ihre Schadstoff-Emissionen je nach deren Höhe Abgaben zahlen. Der Gewinn soll dann dem Ausbau erneuerbarer Energien zugute kommen. Gleichzeitig, so die Hoffnung, stößt der Handel mit den Zertifikaten einen neuen Wirtschaftszweig an, der gleichzeitig ökologische mit ökonomischen Interessen verknüpft. Ein Modell, das auch hierzulande nicht immer unumstritten ist.Fazit
Wie auch immer die ehrgeizigen Pläne gelingen, die Motivation der zukünftigen Regierung in puncto Klimaschutz ist deutlich höher. Man darf also gespannt sein. Die Wahl Obamas bedeutet weltweit große Hoffnung, etwa für die Treibhausgas-Reduktion in der Atmosphäre. Wie man an den derzeitigen Prognosen der Klimamodelle (Abbildungen links) sieht, ist es dazu höchste Zeit. Für die Welt, aber auch für Amerika selbst.Noch ein Hinweis in eigener Sache: Wer mehr über die Vorgänge und Auswirkungen von Treibhausgasen oder dem Klimawandel allgemein wissen möchte, dem sei an dieser Stelle noch unser Seminar zum Klimawandel ans Herz gelegt.
Hinweis: Die Abb. 2 unterliegt der Creative Commons Lizenz
Von: Frank Abel
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