Der Südpol friert

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  • Der Südpol friert
    18.09.2007 07:08

     

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    Beinahe-Eisrekord

    Während wir im vergangenen Monat davon berichtet haben, dass es rund um den Nordpol in der Arktis so wenig Eis wie noch nie seit Aufzeichnungsbeginn gibt, zeigt sich momentan rund um den Südpol, also in der Antarktis, genau das entgegengesetzte Bild.

    Hier geht gerade der Südhalbkugel-Winter zu Ende, damit ist auch allmählich die Zeit der maximalen Eisbedeckung erreicht. Und das Ergebnis, das am vergangenen Mittwoch, dem 12.09. auf der Eis-Seite der Universität Illinois veröffentlicht wurde, dürfte für viele überraschend sein:

    Mit 15,91 Millionen Quadratkilometern befindet sich die Ausdehnung der Eisfläche in der Südhemisphäre kurz vor dem historischen Maximum von 16,03 Millionen Quadratkilometern aus dem Jahr 2000. Die zuverlässigen Beobachtungen reichen dabei zurück bis in das Jahr 1979.

    Scheinbar sind selbst die Experten der Universität über diese Beobachtung überrascht. Zitat:

    Just when you thought this season's cryosphere couldn't be more strange ....  (Gerade wenn Sie dachten, dass die Kryosphäre [die von Eis bedeckte Oberfläche der Erde] in diesem Jahr nicht seltsamer sein kann...)

    Eisfläche im Süden 'stabiler'

    Vergleicht man dabei die Statistiken der vergangenen Jahre für die Eisflächen der Nord- und Südhemisphäre, so fällt auch auf, dass der Zustand im südlichen Polargebiet keine langfristige Tendenz aufweist, während der Trend für das nördliche Eis deutlich rückläufig ist (Abb. 3 bis 6), selbst die Nordwestpassage ist wieder vollständig befahrbar.

    Exemplarisch für die gegensätzlichen Zustände der nördlichen und südlichen Polarregionen ist der Rekord eines Schiffs für die südlichste Position. Er stammt nach wie vor aus dem Jahre 1912. Das Schiff Fram ("vorwärts") stieß in diesem Jahr bis auf 78°41' südliche Breite vor.

    Zwar wurde im Jahr 2006 versucht, dieser Rekord einzustellen. Kapitän Viktor Vasil'iev mit seiner "Kapitan Khlebnikov" schaffte es im Februar 2006 jedoch nur auf 78°40'.027'S. Weiter südwärts ging es nur noch mit Schlauchbooten voran, wie das Reisetagebuch (engl.) gut beschreibt.

    Woher kommen diese Unterschiede?

    Hier kann nur noch spekuliert werden. Für den Eisrückgang der Nordhemisphäre wurde beobachtet, dass unter anderem durch den wirtschaftlichen Aufschwung der Schwellenländer Indien und China und die schon einmal angesprochenen Umweltprobleme die Smogkonzentration über dem Pazifik zugenommen hat.

    Dadurch nimmt die Bewölkung in tropischen Sturmsystemen zu, die diese Partikel in die höhere Atmosphäre tragen. Die hier herrschenden Windsysteme verfrachten diese Luftmassen dann gen Nordpol (der so genannte Arctic Haze). In den südlichen Polarregionen gibt es vermutlich keinen derartigen Effekt.

     

    Von: Frank Abel