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Sibirien, quo vadis?04.11.2007 06:02
Wissenschaftler der Universität Alaska Fairbanks haben bei Forschungen in Sibirien und Nordalaska beunruhigende Fakten herausgefunden. Beim Auftauen des Dauerfrostbodens (siehe Abbildung 2) bilden sich oft Seen, die voll von organischem Material sind. Dieses wird dann Nahrung für Bakterien, die Methan produzieren (siehe Abbildung 3). Methan ist nach Kohlendioxid das zweitwichtigste Treibhausgas in der Atmosphäre. Es fällt vor allem auch bei extensiver Viehwirtschaft an.
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Anhand von Eisbohrkernen aus Grönland und der Antarktis konnte nachgewiesen werden, dass am Ende der letzten Eiszeit vor rund 11.500 Jahren der Methangehalt in der Atmosphäre deutlich gestiegen ist, dies führte dann zu einer Beschleunigung der Erwärmung. Jetzt ist offenbar klar, woher dieses Methan kam.
Die Ergebnisse der Untersuchungen der Universität Alaska Fairbanks zeigen, dass bis zu 87% des Methananstieges am Ende der letzten Eiszeit auf das Konto dieser sogenannten "thermokarsten Seen" gehen könnte. Bei Labor-Experimenten wurde zudem gezeigt, dass tauender Dauerfrostboden sehr viel Methan freisetzen kann.
In Sibirien ist zwar jetzt zunächst wieder der Winter eingekehrt, wie Abbildung 4 zeigt, jedoch sind sich die Forscher sicher: Der tauende Boden in Sibirien und im Norden Alaskas wird in Zukunft zu einer verstärkten Freisetzung von Methan führen. Dabei handelt es sich hier um eine sogenannte positive Rückkopplung: Durch das freigesetzte Methan wird der Treibhauseffekt und somit die globale Erwärmung verstärkt, was wiederum den Tauprozess beschleunigt und zur Freisetzung von noch mehr Methan führt. Dieser Effekt ist offenbar in vielen Klimamodellen noch nicht genügend berücksichtigt.
Von: Marco Radke-Fretz
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