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Gute Miene zum bösen Spiel: Flut in Puerto Inca, Ecuador (Foto von Viajero del Norte)
(1) aktuelle Anomalie der Meerestemperaturen im äquatorialen Pazifik (Quelle: siehe Bild)
(2) Übergang von El Niño zu La Niña: vor der Westküste Perus ist das Meerwasser noch zu warm, es beginnt sich aber, abzukühlen (Quelle: NOAA)
(3) Während La Niña-Konditionen transportieren kräfige östliche Winde das Oberflächenwasser von der Küste Südamerikas ab (Quelle: NOAA)
(4) Aktuell gemessene Meeres-Oberflächentemperatur
(5) Vorhersage der Meerestemperatur verschiedener Modelle (Quelle: IRI, siehe Bild)
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La Niña weiter stark17.03.2008 07:46
In dem vergangenen Winter häuften sich die Extremwetter-Ereignisse auf Südamerika. Weite Teile der Andenregion sind dort von heftigen Regengüssen heimgesucht worden, insbesondere Bolivien erlebte einen extrem niederschlagsreichen Winter, bei dem es auch zu Überschwemmungskatastrophen und Todesopfern kam. Hintergrund dieser Regengüsse ist das Klima-Phänomen La Niña.
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Was ist La Niña?
Ähnlich wie El Niño bezeichnet La Niña eine Temperaturanomalie im Meerwasser des äquatorialen Pazifik. Allerdings ist La Niña das Gegenteil von El Niño und folgt diesem meist nach. In diesem Fall liegen die Temperaturen im Ostpazifik vor der Küste Südamerikas deutlich unter den Normalwerten. Wie in Abb. 1 zu sehen ist, beträgt die momentane Abweichung bis zu -2°C, bis zu -4°C sind dabei sogar möglich. Die Ursache für diese Abkühlung ist in der Atmosphäre zu suchen: Es besteht dann nämlich ein hoher Unterschied zwischen dem Luftdruck bei Australien und in der Region um Indonesien.
Durch diese Temperaturanomalie sorgt bei La Niña Konditionen die so genannte Walker-Zirkulation dafür, dass der Passatwind zusätzlich verstärkt. Dies bedeutet, dass östliche Winde das Oberflächenwasser von der Westküste Perus und Südamerikas wegtreiben, während aus der Tiefe das kühlere Meerwasser an die Oberfläche gelangt (Abb. 3). Diese Veränderung der Meeresströmung hat über komplexe Wechselwirkungen auch einen Effekt auf die atmosphärischen Windsysteme.
Was sind die Auswirkungen von La Niña?
Als Merksatz gilt: die natürlichen klimatologischen Bedingungen werden durch La Niña noch weiter verstärkt. Gebiete, die tendenziell trocken sind, werden also noch weniger Niederschlag als normal erwarten, hier drohen Dürren. Andererseits kann es in den Regengebieten Südostasiens zu Überschwemmungen durch überdurchschnittlich viele Niederschläge kommen.
Da auch das Starkwindband in der Höhe, der so genannte Jetstream, durch La Niña beeinflusst wird, sind die Auswirkungen durchaus global, jedoch in Einzelheiten noch nicht wirklich erforscht. Zum Beispiel bleiben in Südkalifornien ebenfalls die Niederschläge aus. Die Entstehung von Hurrikanen ist in La Niña Perioden begünstigt. Für Deutschland wird bisher vermutet, dass die Winter während La Niña im Mittel milder ausfallen, was allerdings noch nicht bestätigt ist.
Wie sieht es aktuell mit La Niña aus?
Wie an den aktuellen Meerestemperaturen zu erkennen ist (Abb. 4), befinden wir uns mitten in einem starken La Niña Ereignis. Vom Climate Prediction Center CPC wird auch vorausgesagt, dass diese starken Konditionen im Nordhalbkugel-Frühjahr 2008 weiter anhalten werden. Über Indonesien, Ecuador und Peru werden weiterhin übernormale Niederschläge vorausgesagt, während im zentraläquatorialen Pazifik unterdurchschnittliche Niederschläge erwartet werden. Typischerweise sollte sich La Niña im Nordhemisphären-Sommer dann abschwächen.
Quellen:
NOAA La Niña Page, Link
CPC, ENSO Discussion, LinkVideo:
La Niña Report (engl.), Link
Von: Frank Abel
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