Schafskälte

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  • Schafskälte
    08.06.2008 04:07

    Die Wettermodelle zeigen derzeit ab Mitte der nächsten Woche einen massiven Kaltlufteinbruch an. Ein mächtiges Tief zieht vom Nordatlantik kommend nach Skandinavien und erstreckt sich dann mit mehreren Teiltiefs von der Ostsee bis zum Alpenraum und dem Balkan (Abb. 1). Dabei dreht die Strömung auf der Rückseite dieser Tiefs auf nördliche Richtungen, so dass arktische Luftmassen weit nach Süden vordringen können.

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    Solche Kaltlufteinbrüche sind zu Beginn der 2. Junidekade nichts Außergewöhnliches. Der Kontinent erwärmt sich schneller als der Nordatlantik und die Nordsee, was die Wahrscheinlichkeit für eine nördliche bis nordwestliche Strömung erhöht. Zudem verlagert sich die nordhemisphärische Zirkulation aufgrund der Erwärmung der Arktis nach Norden. Dadurch erfolgt eine Ausdehnung des Subtropenhochs nach Westeuropa, wodurch die Tiefs auf eine nördliche Zugbahn über Skandinavien nach Mitteleuropa gezwungen werden. Auf der Rückseite dieser Tiefs strömt dann arktische Luft auf breitem Strome nach Süden. Klimatologisch lässt sich belegen, dass solche Kaltlufteinbrüche recht häufig um die Junimitte auftreten. Kaltluftvorstöße treten meist in unregelmäßigen Abständen während der Sommermonate auf. Dieses Jahr tritt er aber genau zur jener Zeit ein, bei der die Schafe das erste Mal geschoren werden...

    Abbildung 2 zeigt, dass die Temperaturen nächste Woche in Deutschland in den Keller rauschen. Dabei werden nach Wochenmitte kaum noch 20°C erreicht. Vor allem die Nächte werden frisch und liegen meist im einstelligen Bereich. In windgeschützten Lagen droht sogar bei längerem Aufklaren Bodenfrost. Doch das ist wieder eine andere Geschichte...

    Von: Friedrich Föst