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Schnee-Alarm Türkei!13.02.2008 09:35
Insbesondere die Bewohner der Nordtürkei sollten sich für das Wochenende rüsten. Ein beeindruckender Vorstoß arktischer Luftmassen könnte hier und da für einen Ausnahmezustand sorgen. Heftige Schneefälle und orkanartige Böen drohen, einige Straßen und Wege unpassierbar zu machen. Gleichzeitig stürzen die Nachttemperaturen teils in den zweistelligen Minusbereich. Nach derzeitigem Stand scheint für die Türkei die Millionenmetropole Istanbul besonders betroffen zu sein.
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Kaltluft enorm weit südlich
Momentan befindet sich noch die arktische Luft im Bereich eines Tiefs bei der nordsibirischen Taimyrhalbinsel. Dies ändert sich jedoch in den kommenden Tagen: an der Ostflanke eines kräftigen Hochs über dem Europäischen Nordmeer macht sich diese extrem kalte Luft auf seinen Weg ungewöhnlich weit in Richtung Süden.
Die Vorhersagen der verschiedenen Computermodelle liefern bereits beeindruckende Daten: diese Luft stößt in Richtung Schwarzes Meer vor und erreicht zum Sonntag, dem 17.2.08 mit einer Temperatur um -15°C in etwa 1500 Metern den Bosporus, in gut 5 km herrschen dann bis zu -45°C! (Abb. 1 bis 3)
Viel Schnee
Damit hat die Region südlich und östlich vom Schwarzen Meer einen markanten Wintereinbruch zu erwarten. Denn diese kalte Luft streift mit einem starken bis stürmischen Nordwind über das etwa 7°C warme Wasser. Dabei wird viel Feuchtigkeit aufgenommen, die in Form von teils kräftigen Schneefällen an Land niedergeht. Diese Schneefälle auf der Leeseite großer, relativ wärmerer Gewässer nennt man auch den 'Lake Effect' (siehe hier).
Örtlich über 40 cm am Sonntag
Bei der Abschätzung der Schneemenge kommt es dabei sehr auf die geographischen Begebenheiten an. Das besondere an der Türkei ist die hügelige Landschaft in der Schwarzmeerregion (Abb. 4). Dadurch ist besonders hier in den küstennahen Städten mit Stauniederschlägen zu rechnen. Dementsprechend prognostiziert das Multi-Model-MOS auch enorme Schneemengen, wobei betont werden muss, dass es sich hier um eine Maximal-Abschätzung handelt (Abb. 5). Es muss aber am Sonntag mit über 40 cm Neuschnee in 24 Stunden gerechnet werden, im Kaukasus örtlich noch mehr.
Ungewöhnliche Kälte
Gleichzeitig sinken damit natürlich die Temperaturen deutlich ab. Selbst in den Millionenstädten Istanbul und Ankara quälen sich die Maximalwerte nur knapp über den Gefrierpunkt, nachts muss häufig mit Frost gerechnet werden, selbst im Flachland der Nordtürkei sind Tiefstwerte unter -5°C zu erwarten (Abb. 6), wodurch mit Schäden an der Vegetation zu rechnen ist, in höheren Lagen ist auch mäßiger Frost möglich.
Gefahr durch orkanartige Böen
Donnert diese sehr kalte (schwerere) Luft über die warme (leichtere) Luft über dem Schwarzen Meer, so wird die Luft durchmischt. Damit erreichen die sehr kräftigen Höhenwinde auch den Boden, womit die Gefahr sehr kräftiger Windböen gegeben ist.
Schwerpunkt ist laut Europäischem Vorhersagemodell der europäische Teil vom Ägäischen Meer bis Thrakien und die Bosporus-Region. Hier ist mit schweren Sturmböen bis 100 km/h, zum Teil auch mit orkanartigen Böen über 100 km/h zu rechnen. Dabei könnte es häufig zu Problemen auch durch Schneeverwehungen kommen. Straßen und Wege dürften mancherorts unpassierbar werden. Besonderes Augenmerk gilt dabei auch der Millionenmetropole Istanbul.
Zusammengefasst: Unwetter-Alarm
Die erwarteten Temperaturen, die kräftigsten Windböen und die Niederschlagsmenge für Istanbul sehen wir als Übersicht in der 15-Tages-Ensemble Prognose in Abb. 8. Besonders für diese Region beeindruckende und insbesondere im Bereich der Windböen auch gefährliche Werte. In diesem Bereich sollte man am Sonntag lieber im Haus bleiben.
Von: Frank Abel
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