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Rückblick Sommer 200828.08.2008 10:27
Der Sommer beginnt aus meteorologischer Sicht am 1. Juni und endet am 31. August. Diese Abweichung von der astronomischen Sicht hat in erster Linie statistische Gründe. Sie deckt sich - zumindest in Mitteleuropa - aber auch gut mit der Erfahrung, dass der September kein echter Sommermonat mehr ist.
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Der Juni 2008 begann vielfach mit warmem Sommerwetter, dabei hielt nordöstlich der Elbe unter dem Einfluss von Hoch Otto und Peer die seit Mai andauernde Trockenheit zunächst noch an. Es herrschte teilweise extrem hohe Waldbrandgefahr und zahlreiche Felder waren vertrocknet. Im Westen und Süden traten dagegen häufige Gewitterschauer auf. Fast pünktlich brachte in der zweiten Junidekade ein Kaltluftvorstoß von Nordwesten her die um diese Jahreszeit häufig zu beobachtende Schafskälte. Zum Ende des ersten meteorologischen Sommermonats war es teilweise wieder sehr warm, aber auch wechselhaft mit kräftigen Gewittern, die teilweise unwetterartigen Charakter hatten.
Insgesamt war der Juni 2008 zu warm, meist sehr sonnenscheinreich und besonders im Norden und Osten gebietsweise erheblich zu trocken.
Der Juli 2008 begann mit einer kurzen Hitzeepisode, die besonders östlich von Elbe und Saale Temperaturen um 35°C brachte. Nachfolgend setzte sich für rund 3 Wochen eine unbeständige Witterungsperiode mit häufigem Regen durch. In dieser Zeit ereigneten sich erneut einige Unwetter und gebietsweise kam es zu überfluteten Straßen. Rechtzeitig zum Beginn der Hundstage sorgte Skandinavienhoch Volker für eine mehrtägige sonnenscheinreiche und hochsommerlich warme Witterungsperiode, die bis zum Beginn des August andauerte. In dieser Zeit stieg das Quecksilber im Osten sowie am Oberrhein örtlich bis 34°C.
Zusammenfassend war der Juli 2008 abgesehen vom Südwesten zu warm, besonders südlich der Donau und zwischen Harz und Nordsee zu nass. Auffallend auch in diesem Monat war die Trockenheit nahe der Ostsee. Vor allem dort schien die Sonne überdurchschnittlich häufig.
Der August 2008 brachte abwechselnd relative kühle Meeresluft vom Atlantik her, unterbrochen von kurzen, aber kräftigen Hitzevorstößen. Nachdem Tief Amelie die seit der letzten Julidekade andauernde hochsommerliche Witterungesperiode beendete, wehte am 07. August am Rande von Hoch Werner erneut subtropische Warmluft heran. Dabei konnten in Sachsen-Anhalt und Brandenburg verbreitet Höchstwerte von 33 bis 34°C erreicht werden. Anschließend setzte sich mit kräftigen Gewitterschauern mit örtlichen Unwettern wieder kühlere Luft durch. Bemerkenswert war vom 15. bis 17. August noch das Tief Friederike, das auf einer sogenannten Vb-Zugbahn von Tschechien und der Slowakei über Polen nach Norden zog und besonders im Südosten Deutschlands viel Regen brachte.
Insgesamt war der Sommer 2008 im Westen und Südwesten mit einer Abweichung um 0,5 K nur leicht zu warm. Zwischen Ostsee und Erzgebirge lag die Mitteltemperatur des gesamten Sommers zwischen 1,0 und 1,5 K über dem langjährigen Durchschnitt. Insbesondere in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern fiel von Juni bis August deutlich weniger Regen als in durchschnittlichen Sommern zu erwarten wäre. Teilweise konnte nur 60 bis 65% des üblichen Niederschlags registriert werden. In den anderen Gebieten wurde etwa der langjährige Durchschnitt erreicht und besonders im Norden und Westen sowie im Mittelgebirgsraum war es gebietsweise zu nass. Die Sonnenscheindauer lag meist im Bereich der jahreszeitlich üblichen Werte, lediglich in der Osthälfte schien sie häufiger als nach den Durchschnittswerten zu erwarten wäre.
Von: Lars Hattwig
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