Wintergeschichten

03.12.2017 erstellt von Ronny Büttner

Schon gewusst? Der Winter fängt in Deutschland dreimal an. Heute sehen wir uns ein paar Fakten zum Winter und zum Dezember an.

  • teaser

Der Dezember ist der erste Wintermonat und in weniger als drei Wochen, am 21. Dezember 2017 ist bereits Wintersonnenwende. Uns erwartet damit die längste Nacht bzw. der kürzeste Tag des Jahres. Was hat der Monat sonst noch zu bieten?

Wintersonnenwende

Die dunkle Jahreszeit dauert zwar noch einige Zeit an, doch ab dem 21. Dezember können sich die Freunde von Helligkeit zumindest auf ein wenig mehr Lichtausbeute einstellen. Die Tage werden also bereits in weniger als drei Wochen wieder etwas länger, bis am 20. März 2018 mit dem Äquinoktium wieder Tag-Nacht-Gleiche herrscht.

Dreimal Winteranfang in einem Jahr?!

Mit der eben angesprochenen Wintersonnenwende geht zugleich der astronomische bzw. kalendarische Winteranfang einher. Für uns Meteorologen hat der Winter hingegen längst begonnen. Sie erinnern sich? Der meteorologische Winteranfang war bereits am 1. Dezember. Dieser Termin hat vorrangig statistische Gründe - Schlagwort "Monatsbilanzen". Nur so kann man die komplexen und umfangreichen Daten klimatologisch zur Auswertung und zum Vergleich einzelner Monate nutzen.

Neben dem astronomischen und dem meteorologischen gibt es einen weiteren, zeitlich nicht terminierten Winteranfang, den phänologischen Winteranfang. Der Beginn des phänologischen Winters wird am Zustand der Blätter und Nadeln bestimmter Bäume ausgemacht und schwankt von Jahr zu Jahr, er unterscheidet sich auch regional zwischen Nord- und Süddeutschland. Im Allgemeinen kann man diesen Winter als Zeit vom Ende der Feldarbeit bis zum Beginn der Schneeglöckchenblüte beschreiben. Klimatologisch dauerte der phänologische Winter zwischen 1961 und 1990 im Schnitt 110 Tage, im Zeitraum 1991 bis 2010 durchschnittlich nur 93 Tage.

Temperaturtechnische Achterbahnfahrt

Erste markante Kältephasen im Dezember sind in Deutschland keine Seltenheit, aber es kann auch in die andere Richtung tendieren. So gab es am 16.12.1989 beispielsweise im Oberrheingraben häufig um +20 Grad. In Müllheim im Markgräflerland sogar bis 24 Grad. In Berlin-Dahlem stammt der wärmste Dezembertag aus dem Jahr 1977, damals wurden am 24.12. immerhin +15,7 Grad gemessen. Die niedrigste Tageshöchsttemperatur an dieser Station mit -13,5 Grad wurde in den Jahren 1938 sowie 1969 registriert.

Apropos Kälte; nahezu überall in Deutschland wurde seit Beginn der Aufzeichnungen im Dezember auch tagsüber strenger Frost mit -10 Grad gemessen - bis auf Helgoland, dort liegt der tiefste Tageshöchstwert im Dezember bei -8 Grad. Sicherlich kein Wunder, da die Hochseeinsel von der verhältnismäßig "warmen" Nordsee umgeben ist. Helgoland weist mit +4,4 Grad im Dezember die durchschnittlich höchste Mitteltemperatur Deutschlands auf.

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