Sommer-Rückblick

(1) Niederschlag Sommer 2007 in mm an ausgewählten Stationen und Vergleich mit dem langjährigen Mittel: teils der nasseste Sommer seit Aufzeichnungsbeginn

(2) mittlere Temperatur 2007 [°C] und Klimamittel: meist zu warm

(3) die Sonne [h] schien oft unterdurchschnittlich

(4) Juni 2007: Die Feuerwehr befreit eine Straße Hasbergen, nachdem ein Baum nach einem Gewitter (11.06.) umgestürzt war. (Quelle: www.hasbergen.de)

(5) Juli 2007: Webcam auf dem Fellhorn bei Oberstdorf in 1780 Metern Höhe: Schnee am 10.07. (Quelle: www.nebelhorn.de)

(6) August 2007: Tief Quirinus sorgt für ein Rekord-Hochwasser der Ruhr in Hattingen. Hier die Webcam aus Wetter an der Ruhr vom 22.08. (Quelle: Ruhrverband Essen)

(7) Sommer 2007 in Europa: nachhaltig werden uns die verheerenden Waldbrände in Griechenland in Erinnerung bleiben. Hier eine Satellitenaufnahme vom 25.08.07
Sommer 2007: Meist zu warm, deutlich zu nass und teils zu wenig Sonne
Ende des Monats August blicken die Meteorologen in ihre Tabellen und schreiben die Bilanz des dann zu Ende gehenden meteorologischen Sommers. Dieser erstreckt sich aus statistischen Gründen auf die drei Monate Juni, Juli und August.
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Im Jahr 2007 kommen wir dabei zu Ergebnissen, von denen die meisten uns bereits intuitiv klar sind. Ein Ergebnis ist dabei jedoch überraschend:
Verglichen mit dem Mittelwert der Jahre 1961-1990 war der Sommer in Deutschland überwiegend zu warm, den Südwesten ausgenommen. Alles andere entspricht aber dem, was wir bei der Bilanz auch erwartet hätten: deutlich zu nass und besonders im Westen und Norden mit zu wenig Sonne bedacht.
Im Folgenden haben die Meteorologen der MeteoGroup die Monate zusammengefasst. Sollte Sie dabei ein Thema mehr interessieren, dann klicken Sie ruhig auf die Links, hinter denen weitere genaue Analysen und Bilder zu finden sind.
Der Juni 2007
In den ersten Wochen des Juni 2007 bestimmte warme und feuchte Luft das Wetter in Deutschland. Neben zeitweiligem Sonnenschein kam es häufig zu Schauern und Gewittern.
Zwar wurde das Gebietsmittel der durchschnittlich zu erwartenden Sonnenscheindauer knapp verfehlt, doch durch die anhaltend hohe Schwüle kamen erste Erinnerungen auf, dass der heiße Sommer 2006 auch in diesem Jahr eine Fortsetzung finden würde.
Der Juli 2007
Pünktlich zu der so genannten Siebenschläferzeit (Ende Juni/Anfang Juli) stellte sich jedoch ab den letzten Junitagen vom Atlantik her eine westliche Luftströmung ein, mit der kühle Meeresluft heranwehte. Bei häufigen Regenfällen erreichte der Wind teilweise Sturmstärke und der eher herbstliche Wettercharakter wurde durch Höchsttemperaturen von lediglich 20°C noch verstärkt.
Am 10.07. sank die Schneefallgrenze in den Alpen fast auf 1000 m.
Zur Monatsmitte des Juli erfolgte kurzzeitig ein Vorstoß von heißer Sahara-Luft nach Mitteleuropa. Bei oft sonnigem Wetter wurde der Höhepunkt der kurzen Hitzewelle am 16.07. erreicht, als das Quecksilber in Brandenburg erst bei rekordverdächtigen 37 bis 38°C stoppte.
Anschließend war es erneut unbeständig und die Temperatur ging bis zum Monatsende wieder teilweise unter die jahreszeitlich üblichen Werte zurück.
Insgesamt fiel der Juli im Südwesten etwas zu kühl aus, während die Temperatur sonst nur wenig vom langjährigen Durchschnitt abwich. Verbreitet war es zu nass und abgesehen vom Südosten zu sonnenscheinarm.
Der August 2007
Im August setzte sich die durchwachsene Witterungsperiode zunächst noch fort und bei teilweise ergiebigen Regenfällen führten zahlreiche Flüsse in Süd- und Westdeutschland Hochwasser. Ab dem 05.08. setzte sich aber zunehmend wieder wärmere Luft durch und bei zeitweiligem Sonnenschein wurden häufig auch Sommertage mit einer Höchttemperatur über 25°C registriert.
Auf beständiges Hochdruckwetter wartete man allerdings vergeblich und bei teils hoher Schwüle traten immer wieder kräftige Gewittergüsse mit örtlichen Unwettern auf.
In der letzten Augustwoche wehte von Nordwesten her sehr kühle Meeresluft arktischen Urprungs heran und am 29.08. sank das Quecksilber in der Lüneburger Heide (Fassberg) auf 0°C, in Erdbodennähe wurde mit -1°C bereits der erste Frost in Bodennähe registriert.
Nassester Sommer, zum Beispiel in Berlin
Durch zahlreiche kräftige Gewitter gab es im Sommer 2007 örtlich die höchsten Niederschlagssummen in einem meteorologischen Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen (zum Beispiel Berlin-Dahlem mit 358,2 Liter pro Quadratmeter).
Gegensätze in Europa
Beim Blick über die Grenzen fiel auf, dass sich Deutschland häufig im Bereich einer deutlich ausgeprägten Luftmassengrenze befand. Während Regenfälle in Westeuropa immer wieder für Überflutungen sorgten (Großbritannien), stöhnte der gesamte Südosten Europas unter einer anhaltenden Hitzewelle mit Temperaturwerten um oder über 40°C und zahlreichen Waldbränden.
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