Hochwasser am Amazonas
Am Amazonas, dem wasserreichsten Strom der Erde, herrscht derzeit Regenzeit. Das heißt, Niederschlagsmengen von mehreren 100 Liter pro Quadratmeter im Monat sind dort normal (Abb. 1 und 2). Dieses Jahr fällt diese Regenzeit aber besonders intensiv aus und deshalb schauen die Bewohner im Amazonasbecken schon seit April sorgenvoll auf die Pegelstände des Megaflusses.
Der Amazonas hat mittlerweile schon die Rekordmarke aus dem Jahr 2006 erreicht. So wurden bereits Ende April im brasilianischen Obidos 8,14 Meter gemessen, einige Zentimeter mehr als der bisherige Rekord im eigentlichen Hochwassermonat Mai aus dem Jahr 2006. Wenn man sich vor Augen führt, dass der Amazonas eine mittlere Abflussmenge hat, die in etwa so groß ist wie die der sechs nächst kleineren Flüsse zusammen, erkennt man die gewaltigen Ausmaße der Flut. Bei normalem Wasserstand fließen an der Mündung etwa 180 000 bis 200 000 m³/s in den Atlantik. Zum Vergleich: Der Rhein bringt es gerade einmal auf 2300 m³/s, beim bisher höchstem Hochwasser 1926 waren es 12 000 m³/s, also weniger als ein Zehntel der mittleren Amazonasabflussmenge.
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Da das Flussbett des Amazonas bzw. der Querschnitt an dessen Mündung nur sehr schwer zu erfassen ist, sind verlässliche Hochwasserdaten kaum möglich, Abflussmengen von mehr als 300 000 m³/s sind aber wahrscheinlich. Auch in den nächsten Tagen regnet es weiter, 100 bis 200 Liter pro Quadratmeter in der nächsten Woche (Abb. 3).
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