Der Nordpol schmilzt

(1) So wenig Eis wie nie: die aktuelle Größe der Eisfläche

(2) Große Schwankungen von Jahr zu Jahr, aber auch im Mittel immer weniger Eis

(3) Gestrige Eisbedeckung der Arktis

(4) Der Süd-Winter: die Antarktis

(5) Temperaturen von gestern Abend, 20 Uhr und heute Früh 2 Uhr MESZ

(6) Brüchiges Eis: die Webcam vom 3. August bei +2°C

(7) Regentropfen auf der Webcam am 11. August
Eis - Negativrekord
Die Arktis hat in diesem Sommer so viel Eis verloren wie noch nie seit Beobachtungsbeginn. Anders als noch im August 2006 ist mittlerweile die so genannte Nordwestpassage freigelegt, auch in der Sibirischen See gibt es laut Satellitenbildern viele eisfreie Bereiche.
Auch in Zahlen drückt sich dieser Rückgang deutlich aus: waren vor zehn Jahren noch 6,5 Millionen Quadratkilometer arktisches Eis anzutreffen, schrumpfte die Fläche im Juli dieses Jahres auf 5 Millionen, zurzeit sind es knapp unter 4 Millionen (Abb. 1).
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Zwar gibt es von Jahr zu Jahr immer sehr starke Schwankungen der Eisfläche, wie aber in Abbildung 2 zu sehen ist, geht auch der mehrjährige Mittelwert immer schneller zurück.
Der Minimum-Rekord, der jetzt erreicht wurde, ist besonders deswegen so bemerkenswert, da er einen glatten Monat vor dem mittleren Ende der Schmelzphase Ende September eingetreten ist. Professor Lars Kaleschke vom Institut für Meereskunde (IfM) der Universität Hamburg schließt nicht aus, dass bis Ende dieser Periode die Fläche weiter auf 3,5 Millionen Quadratkilometer zusammenschmilzt.
Die Universität von Illinois spricht von einem dramatischen Rückgang, der alle Bereiche der Eisfläche betrifft; nicht nur einzelne Sektoren, wie es bisher der Fall war. Atlantik, Pazifik, und sogar die zentrale Arktis zeigen den Rückgang gleichermaßen. Viele Wissenschaftler führen diese Entwicklung auf die globale Erwärmung zurück.
Eisschmelze beschleunigt sich selbst
Eis reflektiert Licht. Dieses reflektierte Licht wird nicht in Wärme umgewandelt. Je mehr Eis vorhanden ist, desto mehr Sonnenenergie wird also wieder in den Weltraum abgestrahlt und desto kälter ist es.
Das bedeutet im Umkehrschluss: je weniger Eis, desto mehr Wärmestrahlung, desto mehr wird der Abschmelzprozess weiter beschleunigt.
Sehen Sie sich zum Beispiel die aktuellen Temperaturen rund um den Nordpol an, die in Abb. 5 zu sehen sind: Minusgrade tauchen hier nur selten auf, und auch die Web-Kameras (Abb. 6 und 7) zeigen Regentropfen.
Was das für uns bedeutet
Dadurch kühlt sich in den kommenden Monaten auch die Atmosphäre in dieser "Winter-Produktionsstätte" viel langsamer ab als üblich. Nördliche Winde, so sie denn wehen, brächten folglich auch nicht so viel Kälte nach Deutschland wie in früheren Jahren.
Der Winter beginnt daher immer später, wie im Jahr 2005, oder er fällt wesentlich schwächer aus, wie im Jahr 2006.
Quellen:
University of Illinois (Illustrationen)
NOAA (Webcams)
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